Mainz - Grauer Star: Symptome und Therapiemöglichkeiten

Grauer Star: Symptome und Therapiemöglichkeiten

Von: vo
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Foto: Randan Pederson/Wikipedia unter CC BY 2.0

Mainz. Eine sehr häufige Krankheit, die die Augen betrifft, ist der Graue Star, medizinisch auch als Katarakt bezeichnet. Eine Trübung oder Teiltrübung der Augenlinse führt zu Seheinschränkungen durch Schärfeverlust.

 Der heutige Fortschritt der Medizin ermöglicht eine erhebliche Verbesserung. Augenoperationen dieser Art gelten mittlerweile als Routine-Eingriff.

Ursachen des Grauen Stars

Die Katarakt kann drei mögliche Ursachen haben. Eher selten ist sie angeboren. Das kommt vor, wenn während der Schwangerschaft Schädigungen durch eine Mumps- oder Röteln-Infektion verursacht wurden. Im Laufe des Lebens können Faktoren, wie Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss oder starke UV-Einstrahlung, die Entstehung eines Grauen Stars beeinflussen.

Die dritte und häufigste Ursache ist der Altersstar. Hierbei handelt es sich um eine genetische Veranlagung. Ebenfalls in diesem Zusammenhang tritt der Grauer Star als Begleiterscheinung verschiedener Krankheitsbilder auf, wie etwa Neurodermitis, Diabetes oder Morbus Wilson. Zahlreiche Fakten zum Thema können bei Info Medizin abgerufen werden.

Merkmale der Krankheit

Der Verlust der Sehschärfe ist in der Regel ein schleichender Prozess, der im Normalfall (z. B. beim Altersstar) nicht mit Schmerzen einhergeht. Betroffene sehen zunehmend verschwommen und sind gegenüber Lichteinfall deutlich empfindlicher. Helle Lichtquellen erscheinen leicht gebrochen. Das Auge benötigt länger, um den Wechsel von Hell und Dunkel verarbeiten zu können.

Kurz- und Weitsicht verändern sich unterschiedlich. Es kann vorkommen, dass das nahe Sehen zwischenzeitlich wieder verbessert wird, die Fernsicht hingegen massiv leidet. Der Graue Star ist mit fortschreitendem Verlauf auch deutlich für Außenstehende sichtbar. Meist vom Zentrum der Pupille ausgehend vergrößert sich der Bereich der Trübung und die namensgebende graue Färbung wird immer dominierender.

Der Graue Star zerstört bzw. beeinträchtigt die Linse in zunehmendem Maße und durchläuft dabei mehrere Stadien.

- Leichte Linsentrübung, die als "Cataracta incipiens bezeichnet wird: Die Sehschärfe ist zu großen Teilen noch vorhanden.

- Fortgeschrittene Linsentrübung, die als "Cataracta provecta" bezeichnet wird: Die Einschränkungen sind so groß, dass sich hier bereits eine Operation lohnt.

- Der gereifte Graue Star, der auch als "Cataracta matura" bezeichnet wird: Hier ist bereits die gesamte Linse getrübt, eine Operation ist dingend anzuraten.

- Der überreife Graue Star, der auch als "Cataracta intumescens bezeichnet wird: Die Linse ist stark aufgequollen und die Gefahr eines Grünen Stares ("Glaukom") droht.

Behandlung des Grauen Stars

Um das Sehvermögen wiederherzustellen, muss die beschädigte Linse entfernt und eine künstliche Linse eingesetzt werden. Diese Operation wird allein in Deutschland etwa 650.000 Mal jährlich durchgeführt und gehört damit zu den häufigsten Operationen überhaupt. Aufgrund der umfangreichen Erfahrung und der stetigen Notwendigkeit haben sich Methoden und verwendete Materialien in den letzten 20 Jahren deutlich weiterentwickelt.

Nicht nur in spezialisierten Fachkliniken wie der Avila Augenklinik die Operation meist bei örtlicher Betäubung durchgeführt. Der Chirurg entfernt im ersten Schritt die Linse, indem sie durch eine kreisrunde Öffnung des vorderen Kapselblattes zerkleinert und abgesaugt wird. Das übrige Gewebe wird auf diese Weise nicht belastet.

Einsetzen der Kunstlinse

Im zweiten Schritt wird eine Kunstlinse in den leeren Kapselsack eingesetzt. Moderne Linsen aus Silikon oder anderen Materialien setzen sich selbst in zentraler Position im Auge fest, da sie mit zwei elastischen Bügeln ausgestattet sind. Bereits nach einem Tag kann der Verband erstmals abgenommen werden, um den eingetretenen Effekt wahrzunehmen.

Patienten können nach der Abheilung hinsichtlich Nähe oder Ferne wieder scharf sehen. Da die natürliche Linse weggefallen ist, kann sie sich nicht mehr "scharf stellen", was für das Lesen oder die Fernsicht eine Brille notwendig macht. Muss dieser Eingriff bei jüngeren Menschen durchgeführt werden, bringt er zwar insgesamt eine Verbesserung, schränkt bis zu einem gewissen Grad jedoch ein.

Für ältere Menschen und generell Patienten, die unter der Erkrankung gelitten haben, steigert sich die Lebensqualität um ein Vielfaches. Farben werden wieder kräftiger wahrgenommen, Hell-Dunkel-Unterschiede stellen kein Problem mehr dar und auch die allgemeine Aktivität steigert sich wieder.

Neue Alternative - Femto-Katarakt-Behandlung

Eine neue Methode geht noch schonender vor. Damit können sowohl der Graue Star als auch Kurz- und Weitsichtigkeit sowie eine Verkrümmung der Hornhaut behandelt werden. Es handelt sich dabei um die Femto-Methode, die mittels Femtosekundenlaser ausgeführt wird. Ein Test beim Spezialisten kann feststellen, ob man als Patient geeignet ist.

Im Vorfeld dieses modernen Verfahrens wird per Wellenfrontanalyse die Beschaffenheit der Hornhautoberfläche analysiert und so für eine Laserbehandlung erfasst. Jede individuelle Unebenheit, die die Sehkraft beeinträchtigt, kann so festgestellt werden. Beim Eingriff selbst kommt ausschließlich der Laser zum Einsatz.

Mit ihm wird ein Teil der Hornhaut, der Flap, behutsam gelöst und abgeklappt. Ein weiterer Laser nimmt anhand der Daten der Wellenfrontanalyse eine exakte Korrektur vor und formt die Hornhaut so, dass Fehlsichtigkeiten verschwinden. Anschließend wird der Flap zurückgeklappt, wodurch die Eingriffsstelle bedeckt wird. Das Verfahren gilt als besonders schonend.

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