Goldene Regeln für sicheres Skifahren

Von: Angelika Friedl, dapd
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Unfälle auf den Pisten lassen sich vermeiden, sagt Andreas König, Sicherheitsexperte des Deutschen Skiverbandes. Man muss nur vorausschauend fahren. Foto: dapd

Planegg. Gestürzt sind sie bestimmt auch schon damals: 4000 Jahre alt sind die Überreste der ältesten bekannten Skier, die Wissenschaftler in Schweden gefunden haben. Während die alten Schweden aber wahrscheinlich einen eher gemütlichen Fahrstil bevorzugten, leben moderne Alpin-Skifahrer gefährlicher.

So verletzten sich in der vergangenen Wintersaison knapp 49.000 Brettl-Sportler, wie die Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) meldet. Die gute Nachricht: Meist überstehen die Sportler die Abfahrt ins Tal mit leichten Blessuren. Nur rund 7000 mussten sich im Krankenhaus behandeln lassen.

Unfälle lassen sich jedoch vermeiden, sagt Andreas König, Sicherheitsexperte des Deutschen Skiverbandes. Man muss nur vorausschauend fahren. „Das Skifahren kann man mit dem Straßenverkehr vergleichen - je mehr Verkehr herrscht, desto mehr wird ein vernünftiger Autofahrer sein Tempo reduzieren.”

Dass immer mehr Menschen Rücksicht üben, zeigt ein Blick in die Statistik: Es gibt weniger Unfälle als früher. Leicht gestiegen ist nur die Zahl der Mehrfachverletzungen. „Wirklich schlimme Unfälle gibt es Gott sei Dank nur selten. Die finden dann aber auch schnell den Weg in die Schlagzeilen”, weiß Andreas König.

Gefährlich kann es vor allem an Kreuzungen werden, wenn Raser mit 50 Kilometern pro Stunde auf einander zu fahren - manche erreichen sogar bis zu 80 Sachen. Bei einem Zusammenstoß wirken dann gewaltige Kräfte auf den menschlichen Körper.

Das Unfallrisiko vermindere sich, wenn Skifahrer nicht nur geradeaus schauten, sondern auch nach links und rechts, um andere Sportler frühzeitig zu entdecken, rät König. Vor Kreuzungen, die durch gelbe Tafeln mit einem schrägen Kreuz gekennzeichnet sind, solle man deutlich sein Tempo drosseln. Für Snowboarder und Skifahrer habe der Internationale Skiverband (FIS) eine ganze Reihe solcher Verhaltensregeln aufgestellt.

„Im Grunde sind es die ganz normalen Regeln der Vernunft. Ich sollte zum Beispiel nicht an unübersichtlichen Stellen halten und, wenn ich in eine Abfahrt einfahre, immer meinen Blick hangaufwärts richten”, sagt König. Wer schneller ist, überholt die anderen mit einem deutlichen Sicherheitsabstand, um sie nicht aus der Spur zu drängen.

Die richtige Ausrüstung kann schützen

Für ihre Sicherheit tun auch diejenigen etwas, die mit einem Helm auf der Piste unterwegs sind. Er kann helfen, schwere Kopfverletzungen zu vermeiden oder sie wenigstens abzuschwächen. Es gibt in Deutschland zwar keine Helmpflicht, aber etwa zwei Drittel der deutschen Skifahrer tragen ihn bereits, wie Statistiker ermittelten. Beim Kauf solle man darauf achten, dass der Kopfschutz der Norm „EN 1077” entspricht.

Wie im Straßenverkehr ist auch im Skiverkehr gute Sicht äußerst wichtig. „Je besser ich sehe, desto eher kann ich Gefahren einschätzen”, sagt Andreas König. Mit ins Gepäck gehöre also auch eine ordentliche Skibrille. Mit ihren bruchsicheren Scheiben schützt sie vor Wind, UV-Strahlen und gefährlichen Blendungen.

Vor Beginn der Wintersaison überprüfe ein vorausschauender Skifahrer außerdem, ob seine Ausrüstung den Anforderungen noch gewachsen sei, rät König. Sind die Bindungen richtig eingestellt und ist der Skischuh noch dicht? Die Beläge sollten gut gewachst sein, weil der Ski sich dann leichter dreht und gleitet sowie auf glattem Untergrund einen besseren Halt hat.

Die Kleidung sollte imprägniert sein: Das schütze bei starkem Schneefall vor Nässe und verhindere, dass der Körper auskühle. Mit Handgelenksprotektoren, wichtig vor allem für Snowboarder, kann man Stürze besser abfangen. Rückenprotektoren verhindern Prellungen und Quetschungen an der Schulter und am Rücken. „Sie sind sicherlich sinnvoll. Aber jeder muss selber wissen, ob er mit einer Ritterrüstung fahren will”, ergänzt König.

Zum Gefühl der Sicherheit kann auch eine Skiversicherung beitragen, die etwa 30 Euro jährlich kostet und beispielsweise Bergungskosten nach einem Unfall übernimmt - die von den Krankenkassen in der Regel nicht getragen werden - sowie Leistungen im Invaliditäts- und Todesfall vorsieht.
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