Bremen - Gesundheitsökonom: Zusatzbeiträge für Versicherte werden zur Regel

Gesundheitsökonom: Zusatzbeiträge für Versicherte werden zur Regel

Von: epd
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Bremen. Zusatzbeiträge für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen werden nach Auffassung des Bremer Gesundheitsökonomen Gerd Glaeske in Zukunft die Regel.

„Sie müssen es werden, weil viele Kassen schon im nächsten Jahr ohne diese Zusatzbeiträge mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen”, sagte Glaeske am Montag. Der Experte vom Bremer Zentrum für Sozialpolitik ist Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im deutschen Gesundheitswesen.

Die finanzielle Schieflage drohe trotz der vom Bund auf mehr als 15 Milliarden Euro aufgestockten Steuerzuschüsse. „Das sind aber bei einem Fonds, der knapp 170 Milliarden Euro ausmacht, nicht einmal zehn Prozent Steuergelder”, sagte Glaeske. Der Fonds sei auf Zusatzbeiträge angelegt: „Es war immer klar, dass er nur 95 Prozent der Ausgaben abdeckt.” Glaeske rechnet damit, dass mittelfristig alle gesetzlichen Kassen Zusatzbeiträge erheben müssen.

Dadurch entstehe ein bürokratischer Aufwand, „der die Milliardengrenze überschreitet”. Derzeit führten die Kassen etwa sieben Millionen Konten, über die beispielsweise Erstattungen und Zuzahlungen abgerechnet werden. „Durch die Zusatzbeiträge müssen auf Dauer etwa 50 Millionen Konten erstellt werden”, sagte Glaeske. Dazu kämen Kosten für Mahnungen und das Inkasso: „Das ist kein Zuckerschlecken, was da auf die Kassen zukommt.”

Der Bremer Gesundheitsökonom forderte eine verlässliche Finanzierung für das Gesundheitssystem. Sie müsse auch Einnahmequellen wie Kapital- und Mieteinkünfte einschließen. Glaeske: „Jeder Bundesbürger muss in die gesetzlichen Kassen einzahlen.”
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