Geistige Fitness bei Senioren: Schwächen bei Männern häufiger

Von: dapd
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Klötzchen stapeln: Im fortgeschrittenen Stadium der Demenz können Beschäftigungstherapien für die Betroffenen den Alltag erheblich erleichtern. Foto: imago

Baltimore. Bei Männern lässt die geistige Leistungsfähigkeit im Alter häufiger nach als bei Frauen. Zu diesem Ergebnis sind US-amerikanische Forscher bei einer Untersuchung der geistigen Fähigkeiten von Menschen im Alter von 70 bis 89 Jahren gekommen.

19 Prozent der getesteten Männer hatten leichte Gedächtnisprobleme oder Schwierigkeiten beim Denken, aber nur 14 Prozent der Frauen. Der Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit gilt als ein Warnzeichen für die Entwicklung einer Alzheimererkrankung, die zu schwerer Demenz führt.

Der geschlechtsspezifische Unterschied sei in diesem Zusammenhang besonders erstaunlich, weil Alzheimer bei Frauen häufiger auftrete als bei Männern, sagen die Wissenschaftler. Die Entwicklung von Demenz und Alzheimer könnte demzufolge bei Frauen und Männern unterschiedlich ablaufen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher um Ronald Petersen von der Mayo Clinic in Rochester im Fachmagazin „Neurology” (Bd. 75, Ausgabe vom 6. September 2010).

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler mehr als 2000 Personen im Alter von 70 bis 89 Jahren. In Tests wurden die Senioren auf ihre Gedächtnisleistung geprüft und mussten Denkaufgaben lösen. Darüber hinaus gaben sie eine Selbsteinschätzung ihrer geistigen Leistung ab und beantworteten Fragen zu ihrem Gesundheitszustand. Die Untersuchungen ergaben, dass insgesamt 76 Prozent der untersuchten Personen normale geistige Leistungen besaßen, während 14 Prozent unter leichten kognitiven Schwierigkeiten litten. 10 Prozent der Probanden wurden von den Forschern bereits als dement eingestuft.

Die genauere Analyse der Daten offenbarte den Unterschied zwischen den Geschlechtern: Leichte Probleme mit der Geisteskraft waren bei Männern verbreiteter als bei Frauen. Außerdem stellten die Forscher fest, dass Menschen mit geringer Bildung und diejenigen, die niemals verheiratet waren, häufiger von einem Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit betroffen sind.

Um die Ergebnisse der Studie genauer zu bestätigen, seien allerdings weitere Untersuchungen notwendig, sagt Ronald Petersen. „Wenn man die bereits dementen Personen und die mit den leichten mentalen Schwierigkeiten zusammenzählt, weisen insgesamt etwa 24 Prozent der Menschen über 70 Jahren einen Rückgang der geistigen Leistungskraft auf. Das unterstreicht die Bedeutung dieses Faktors für unsere Gesellschaft”, sagt der Wissenschaftler. Die Entwicklung neuer Diagnoseverfahren und Therapien sei deshalb besonders wichtig. Die Erkenntnisse zur unterschiedlichen Entwicklung von Demenz bei Frauen und Männern spielten in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.
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