Gehäufte Masern-Fälle: Robert Koch-Institut rät zur Schutzimpfung

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Berlin. Angesichts wieder steigender Zahlen an Masernfällen fordert das Robert Koch-Institut dringend zur Schutzimpfung auf.

Es gebe derzeit deutlich mehr Fälle als in den vergangenen Monaten, teilte das RKI am Montag mit. Besonders in Hamburg häuften sich die Erkrankungen. „Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Man sollte die Schutzimpfung nutzen”, sagt RKI-Präsident Jörg Hacker am Montag. Laut RKI gab es 2007 in Deutschland 566 Fälle, ein Jahr später 916. Bis Anfang Februar seien nach vorläufigen Zahlen 83 Fälle bekanntgeworden, allein 29 in Hamburg.

Deutschland hat sich gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation das Ziel gesetzt, die Masern auszurotten. Doch dafür reichen die Impfquoten noch nicht aus. Am 5. März beginnt in Mainz die erste Nationale Impfkonferenz.

Wie gefährlich Masern werden kann, zeigte sich insbesondere im Jahr 2006, als es nach der Bilanz des Instituts rund 2300 Masernfälle in Deutschland gab, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. Sie führten zu 7 Gehirnentzündungen, einer Hirnhautentzündung, 45 Mittelohrentzündungen, 51 Lungenentzündungen und 2 Todesfällen. 15 Prozent der Erkrankten mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Impflücken gibt es vor allem bei Jugendlichen. Rund ein Viertel von ihnen hat nach RKI-Studien keinen ausreichenden Schutz gegen Masern. Bei Kindern sind die Impfquoten in den vergangenen Jahren gestiegen. Doch die Quoten liegen mit 87 bis 95 Prozent bei beiden erforderlichen Masern-Impfungen immer noch zu niedrig. Auch im Vergleich zu anderen EU-Staaten gibt es in Deutschland zu viele Masernfälle.

Schutzimpfungen sind in Deutschland freiwillig. Sie sind aber Pflichtleistungen der Gesetzlichen Krankenkassen. Die Praxisgebühr in Höhe von 10 Euro wird bei reinen Schutzimpfungen nicht fällig.

Die Homepage wurde aktualisiert