Düsseldorf - Gefahr durch Zecken nicht nur bei Urlaub in Mitteleuropa

Gefahr durch Zecken nicht nur bei Urlaub in Mitteleuropa

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Zecken
Zeckengefahr: Als Risikogebiet gilt vor allem Süddeutschland. Foto: dpa

Düsseldorf. Viele Reisende unterschätzen nach Angaben von Experten weiterhin die Gesundheitsgefahren durch Zecken. Zwar ist Touristen oft bekannt, dass zum Beispiel die gefährliche Erkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz durch Zecken übertragen werden kann.

Die FSME-Risiken in Skandinavien, Osteuropa und dem Baltikum seien vielen Urlauber dagegen unklar, sagte Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf, dem dpa-Themendienst. Die FSME ist eine schwere Form von Hirn- und Hirnhautentzündung.

Die Verbreitung der Erreger in Europa habe eine „beachtliche Dynamik”, erklärte der Experte: Neuerdings sei zum Beispiel auch Norwegen betroffen, in Osteuropa gebe es immer mehr Risikogebiete. Aus den Balkanländern lägen wenige Daten vor, doch auch dort sei FSME „generell ein Problem”.

In Deutschland sind vor allem Bayern und Baden-Württemberg sowie Landkreise in Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen betroffen. Seit 2001 wurden in der Bundesrepublik pro Jahr zwischen 238 und 546 FSME-Erkrankungen gemeldet. Weiterhin nicht verbreitet seien die Erreger dagegen in West- und Südwesteuropa.

Auch die durch Zecken übertragene Borreliose macht den Reisemedizinern Sorgen, sagte Jelinek. Gegen diese Krankheit gibt es keine Impfung, sie lässt sich aber behandeln. Die Zahl der Fälle in Deutschland werde auf 40.000 bis 100.000 jährlich geschätzt. Anders als die FSME-Viren gelangen Borreliose-Erreger bei Zeckenstichen aber nicht sofort in den menschlichen Körper, sondern erst nach zehn bis zwölf Stunden. Deshalb sei es so wichtig, nach Ausflügen in die Natur die Haut nach Zecken abzusuchen und Blutsauger schnell und vorsichtig zu entfernen. Dies geschehe häufig aber nicht: Borreliose werde „oft zu spät diagnostiziert und zu spät behandelt”, so Jelinek. Verbreitet seien die Erreger in Zecken auf der ganzen nördlichen Erdhalbkugel.

Für Touristen hat das CRM zusammen mit dem Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes jetzt ein neues Informationsblatt rund um das Thema Zecken erarbeitet. Es kann gegen Einsendung eines mit 55 Cent frankierten und adressierten Rückumschlags angefordert werden beim Centrum für Reisemedizin (CRM), Hansaallee 321, 40549 Düsseldorf.
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