Gießen/Stuttgart - Gallensteine besser nicht selbst diagnostizieren

Gallensteine besser nicht selbst diagnostizieren

Von: dpa
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Gießen/Stuttgart. Online verfügbare Selbstdiagnosen und Selbsttherapien führen medizinische Laien leicht in die Irre.

Für sie sei es häufig schwierig, seriöse Aussagen von persönlichen Meinungen oder Scharlatanerie zu unterschieden, warnen Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Gießen.

Sie berufen sich auf eine Überprüfung einer im Internet als „Leberreinigung” oder „Gallenspülung” beworbenen Selbstbehandlung. Dabei werde empfohlen, nach zwölf Stunden Fasten eine größere Menge Olivenöl und Grapefruitsaft zu trinken und anschließend Bittersalz und Wasser zu konsumieren.

Am folgenden Tag finden die Patienten dann im Stuhlgang etliche grünlich-gelbliche, steinartige Gebilde. Viele werten das als Beweis für die erfolgreiche Behandlung von Gallensteinen. Dabei handele es sich allerdings gar nicht um Gallensteine, erläutern die Mediziner in der in Stuttgart erscheinenden Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift”. Vielmehr seien es Verklumpungen der Mittel, die die Patienten vorher eingenommen haben.

Auslöser für die Überprüfung war ein Patient, der sich alle vier Wochen „erfolgreich” die Leber reinigte. Sein Hausarzt überwies ihn daraufhin wegen einer vermuteten massiven Neigung zu Gallensteinbildung an die Uniklinik.

Dort wurden die Ausscheidungen mikroskopisch untersucht: Sie hatten weder die kristalline Struktur von Gallensteinen, noch enthielten sie die typischen Bestandteile von echten Gallensteinen Cholesterin, Bilirubin oder Kalzium. Ein anschließender Selbstversuch von Klinikmitarbeitern bestätigte diese Erkenntnisse.

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