Berlin/Lüdenscheid - Fußpilz: Hartnäckiger Mitbewohner auf Haut und Nägeln

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Fußpilz: Hartnäckiger Mitbewohner auf Haut und Nägeln

Von: Barbara Erbe, dapd
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Fuß / Füße / Fußpflege
Fuß- und Nagelpilz ist mit viel Geduld heilbar: Zur Vorbeugung Zehen immer gut abtrocknen. Foto: dpa

Berlin/Lüdenscheid. Nach dem langen „Stiefelwinter” dürfen die Füße endlich wieder an die frische Luft. Doch nicht immer ist ansehnlich, was aus den dicken Socken zum Vorschein kommt. Denn jeder dritte Deutsche leidet unter Fuß- oder Nagelpilz, bei Menschen ab 65 sogar jeder zweite, wie Hans-Jürgen Tietz, Professor am Berliner Institut für Pilzerkrankungen, sagt.

„Manch einer versteckt seine Füße und schwitzt lieber, als zu riskieren, dass andere einen Blick auf Haut oder Nägel werfen.” Obwohl der Leidensdruck bei vielen Patienten hoch sei, neigten sie oft zu Resignation, berichtet der Hautarzt. „Dabei ist Fuß- und Nagelpilz durchaus heilbar.” Das ist vor allem deshalb wichtig, weil es sich um eine Infektionskrankheit handelt. „Wer sie nicht bekämpft, steckt auch andere an.”

Meist weicht zunächst die Haut zwischen den Zehen auf. Sie rötet sich, verliert kleine weiße Schuppen und juckt, manchmal entstehen schmerzhafte Risse. „Geschieht jetzt nichts, breitet sich der Pilz über die Haut aus und befällt als nächstes den Nagel”, erläutert Tietz. Ist dieser verletzt, wie es bei Fußballern oder anderen Sportlern häufig der Fall ist, ist er besonders gefährdet. Er verliert an Glanz, wird dick, fleckig und bröselig.

Meist genügt schon ein rezeptfrei in der Apotheke erhältliches Mittel zum Auftragen, um einen Fußpilz im Anfangsstadium loszuwerden. „Für nässende Zehenzwischenräume eignet sich eher Puder, bei sehr trockenen Füßen eine Salbe”, rät der Lüdenscheider Hautarzt Andreas Jesper. Infizierte Schuhe oder Strümpfe sollten mit einem wirksamen Mittel aus der Apotheke desinfiziert werden.

Anders als beim Fußpilz stößt beim Nagelpilz die Behandlung mit Cremes und Tinkturen schnell an ihre Grenzen, ergänzt Jesper, der auch stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Westfalen-Lippe des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen ist. „Am Nagel setzt sich der Pilz hartnäckiger fest als auf der Haut.”

Um ihm den Garaus zu machen, empfiehlt Pilzspezialist Tietz eine Therapie in drei Schritten: „Zunächst muss die vom Pilz befallene Nagelmasse entfernt werden. Am besten in Eigenregie zwei Wochen lang täglich mit 40-prozentiger Harnstoffcreme, was effektiv und nicht schmerzhaft ist.” Im zweiten Schritt wird täglich ein wasserlöslicher Antipilzlack aufgetragen.

Schließlich ergänzen Tabletten die Therapie. Dabei gilt: „Je gründlicher die örtliche Behandlung an Fuß und Nagel, desto geringer kann die Tablettendosis ausfallen.” Eine solche Therapie könne über Monate und bis zu einem Jahr dauern, aber ohne sie sei eine komplette Heilung kaum möglich, berichtet Tietz. Allerdings droht auch nach gelungener Heilung die Gefahr einer neuen Ansteckung, einen Immunschutz gibt es nach einer durchgestandenen Pilzerkrankung nicht.

Deshalb legt Tietz seinen Patienten Vorbeugung ans Herz, vor allem denjenigen, die beispielsweise aufgrund von Durchblutungsstörungen ein erhöhtes Hautpilzrisiko tragen: „Gerade Menschen, die aus verschiedenen Gründen gefährdet sind, sollten überall dort, wo viele barfuß laufen und pilzinfizierte Hautschuppen verlieren, Badeschlappen tragen.” Das betrifft Schwimmbad und Sauna ebenso wie das Fitnessstudio oder auch Teppichböden - „nicht nur im Hotelzimmer, sondern auch zu Hause, falls ein Familienmitglied an Fuß- oder Nagelpilz erkrankt ist.”

Um Hautpilzen möglichst wenig Nährboden zu bieten, sollte man nach jedem Wasserkontakt die Füße und vor allem die Zwischenräume zwischen den Zehen mit dem eigenen Handtuch abtrocknen. Nach schweißtreibendem Sport kann Zeitungspapier oder auch einfaches Föhnen die Feuchtigkeit aus den Schuhen ziehen. Schließlich sorgen Schuhe und Strümpfe aus atmungsaktivem Material für ein weniger pilzfreundliches Klima.
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