Aachen - Forum Medizin erklärt, wie sich ein Infarkt erkennen lässt

Forum Medizin erklärt, wie sich ein Infarkt erkennen lässt

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
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Bitte nachmachen: Beim AZ-Forum Medizin gaben Experten den 800 Besuchern Tipps und Ratschläge an die Hand. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es gab da einen Rat, der war Nikolaus Marx ganz besonders wichtig. Bei Schmerzen in der Brust, Luftnot, Kaltschweißigkeit und plötzlicher Schwäche sollte die Notfallnummer 112 gewählt werden. Lieber einmal zu oft als einmal zu wenig, sagte Marx, Direktor der Medizinischen Klinik I im Klinikum.

Und vor allem schnellstmöglich: „Nach einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Bei einem Drittel der Betroffenen führt er zum Tod, bevor sie das Krankenhaus erreichen.”

Deswegen ist es wichtig, einen Herzinfarkt so früh wie möglich zu erkennen, und darum sollte den oben genannten Symptomen besondere Beachtung geschenkt werden. Natürlich gibt es auch Wege, die Gefahr eines Herzinfarkt zu minimieren. Das war die zweite zentrale Botschaft beim Forum Medizin, der gemeinsamen Veranstaltungsreihe des Klinikums und der Aachener Zeitung. Diesmal ging es um „Das kranke Herz”. Beide Hörsäle waren lange vor Veranstaltungsbeginn gefüllt, knapp 800 Gäste konnte AZ-Redakteurin Sabine Rother schließlich begrüßen.

Mit dem wichtigen Organ ist es ja so eine Sache. Erst wenn es nicht mehr so arbeitet, wie es soll, wird man auf das Herz aufmerksam. Ursache dafür kann eine erbliche Vorbelastung sein. „Daran können wir nichts machen”, sagte Sven Teusen, Allgemeinmediziner mit Praxis in Monschau. Andere Risikofaktoren wie Rauchen, hoher Blutdruck, Übergewicht und Bewegungsmangel ließen sich dagegen minimieren.

Aber auch bei eiserner Disziplin: Das Herz altert, genau wie der Rest des Körpers. Besonders die Herzklappen sind von Abnutzung betroffen. Die häufigsten Probleme, die daraus resultieren sind Insuffizienz (Schlussunfähigkeit) und Stenose (Verengung). „Die beiden Begriffe müssen Sie sich einfach merken, die werden Ihnen immer wieder begegnen”, riet Uwe Janssens, Chefarzt der Inneren Medizin am Eschweiler St. Antonius-Hospital.

Bemerkbar machten sich Herzklappen-Probleme durch eine abnehmende allgemeine Leistungsfähigkeit. Tückisch: Viele halten sie für eine unvermeidbare Erscheinung des Alterungsprozesses. Um so wichtiger ist, das Herz im Auge zu behalten. Janssens: „Wenn Sie vor zwei Monaten nichts hatten, heißt das nicht, dass sie jetzt auch nichts haben.”

Arbeitet eine Herzklappe nicht mehr einwandfrei, führt über kurz oder lang kein Weg an einer Operation vorbei. Danach sei die Lebenserwartung so hoch wie in der Normalbevölkerung, sagte Rüdiger Autschbach, Direktor der Klinik für Thorax-, Herz-, und Gefäßchirurgie am Klinikum.


Mit dem Eingriff ist die Behandlung nicht abgeschlossen. Es folgt die Reha, deren zentrales Ziel es nicht allein sein dürfe, „die Alltagstauglichkeit wieder her zu stellen”, formulierte Erik Skobel. Der Kardiologe der Aachener Reha-Klinik „An der Rosenquelle” betonte: „Was wir erreichen wollen, ist eine Änderung Ihrer Einstellung.” Hin zu einer Lebensweise, die mehr Rücksicht auf das Herz nimmt. Regelmäßige Bewegung müsse über die Reha hinaus Bestandteil des Alltags werden, Skobel empfiehlt dabei eher Ausdauer- als Krafttraining.

Das Angebot von Ulla Brendel ist zum Beispiel zu empfehlen. Sie leitet eine Herzsportgruppe beim Post- und Telekomsportverein Aachen. Brendel sagte: „Wichtig ist, dass der Mensch, der sie betreut, weiß, dass Sie ein Herzproblem haben.”


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