Chicago - Forscher entwickeln Impfstoff gegen schwarzen Hautkrebs

Forscher entwickeln Impfstoff gegen schwarzen Hautkrebs

Von: ddp
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Chicago. Schwarzer Hautkrebs könnte vielleicht schon bald erfolgreich behandelt werden - mit Hilfe eines von US-Forschern entwickelten Impfstoffs. In ersten Versuchen wurden 50 Patienten behandelt, die an metastasierendem schwarzem Hautkrebs litten und auf andere Therapien nicht angesprochen hatten.

Sie bekamen alle zwei Wochen den Impfstoff Oncovex gespritzt, maximal ein Jahr lang. Bei acht Betroffenen war spätestens nach diesem Zeitraum der Krebs nicht mehr nachweisbar.

Bei vier weiteren Patienten mussten anschließend durch weitere Impfungen oder Operationen neue Melanome entfernt werden, dann waren auch sie krebsfrei.

Somit sprachen insgesamt 26 Prozent der Probanden auf den Impfstoff an. Howard Kaufman vom Universitätsklinikum der Rush University in Chicago und sein Team wollen ihn daher nun in sogenannten Phase-III-Versuchen mit 430 Patienten testen, berichtet das Klinikum.

Im Zeitalter des Ozonlochs und der Solarien erkranken immer mehr Menschen an Hautkrebs. Dieser entwickelt sich oftmals aus Leberflecken oder Muttermalen, wobei die sogenannte ABCDE-Regel erste Hinweise auf eine bösartige Veränderung liefern kann: A steht für Asymmetrie, B für eine unregelmäßige oder verwaschene Begrenzung. C ist dem englischen Wort Color entlehnt, weist also auf die Farbe des Flecks hin. D steht für den Durchmesser, mehr als fünf Millimeter große Flecken sollten regelmäßig kontrolliert werden. E kann sowohl für erhabene Exemplare stehen als auch für die Entwicklung neuer Leberflecken.

Ein malignes Melanom, wie schwarzer Hautkrebs auch genannt wird, kann im Frühstadium noch gut operativ entfernt werden. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn der Krebs bereits metastasiert ist, sich also ausgebreitet hat, verläuft die Erkrankung hingegen oft tödlich.

Wissenschaftler forschen daher seit geraumer Zeit an möglichen Impfstoffen, um Patienten helfen zu können, bei denen Chemo-, Immun- oder Strahlentherapie versagt haben. Den Wissenschaftlern der Rush University kam dabei, wie so oft in der Forschung, der Zufall zu Hilfe: Der nun erfolgreich getestete Impfstoff sollte ursprünglich gegen Herpesviren helfen.

Versehentlich sei jedoch etwas davon in eine Petrischale mit Tumorzellen gelangt und daraufhin seine Antitumor-Wirkung entdeckt worden, berichtet die Universität.

Der Impfstoff enthält ein sogenanntes onkolytisches Virus, das Tumorzellen angreift, gesunde Zellen jedoch unbeschädigt lässt. In ihren Versuchen spritzten die Forscher den Impfstoff direkt in sichtbare oder fühlbare Melanome - und erlebten eine freudige Überraschung: „Der Impfstoff wirkte nicht nur in den Zellen, in die wir ihn injiziert hatten, sondern auch in anderen betroffenen Körperregionen, die wir nicht erreichen konnten”, berichtet Kaufman. Offensichtlich habe die Impfung also im ganzen Körper eine Immunreaktion ausgelöst.
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