Fitnesstraining kann Milliarden im Gesundheitwesen sparen

Von: Frank Bretschneider, ddp
Letzte Aktualisierung:

Essen. Regelmäßiges Fitness- und Ausdauertraining kann die Krankenkassen einer Untersuchung der Universität Wuppertal zufolge um Milliardenbeträge entlasten.

Würde jeder erwachsene Bundesbürger entsprechendes Training betreiben, könnte das Gesundheitswesen durch die daraus resultierende Vermeidung von Krankheiten jährlich bis zu 16 Milliarden Euro einsparen. Das geht aus einer am Dienstag in Essen anlässlich der bevorstehenden Fitness-Messe Fibo vorgestellten Expertise der Hochschule hervor.

„Der volkswirtschaftliche Nutzen von körperlicher Aktivität und Fitnesstraining ist immens”, sagte der Autor der Expertise, der Sportwissenschaftler Theodor Stemper. Denn zu den Einsparungen im Gesundheitswesen hinzu kämen etwa weniger krankheitsbedingte Arbeitsausfälle sowie weniger vorzeitige Pensionierungen. Doch betrieben rund drei Viertel der Bundesbürger keinerlei sportliche Aktivitäten. Die Krankenkassen sollten daher mehr als bisher individuelles Krafttraining unterstützen, sagte Stemper.

Auch angesichts der demografischen Entwicklung hin zu einem wachsenden Teil älterer Menschen sei mehr Vorbeugung gegenüber Erkrankungen durch Bewegungsmangel zwingend, fügte Stemper hinzu. Schätzungen zufolge könnten heute schon fast 40 Prozent der 50- bis 59-Jährigen kaum drei Stockwerke oder mehr steigen. Rund ein Drittel der älteren Menschen erkranke an sogenannter Sarkophenie, dem kritischen Verlust an Muskelmasse. „Dieses Problem wird sich verstärken”, sagte Stemper. „Es ist somit von enormer Bedeutung, Möglichkeiten zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs zu kennen.”

Ungeachtet der großen Zahl von „Sportmuffeln” wird Fitnesstraining aber immer populärer. Mit rund sieben Millionen Mitgliedern waren 2009 in den deutschen Fitnessstudios ein Fünftel mehr angemeldet als im Jahr zuvor. Erstmals lag damit die Mitgliederzahl der Fitnessstudios höher als die der rund 6,7 Millionen Trainierenden in den Fußballclubs, wie die Messe Essen mitteilte. Der deutsche Fitnessmarkt mit seinen knapp 6000 Studios setzte demnach im Vorjahr rund zwei Milliarden Euro um.

Auf der internationalen Fitness-Leitmesse Fibo zeigen von Donnerstag bis Sonntag rund 560 Aussteller aus 36 Ländern ein großes Angebot rund um Fitness und Wellness. Erwartet werden rund 50.000 Besucher, darunter 30.000 Fachbesucher. Zu den erwarteten Gästen gehören die Ruder-Olympiasiegerin Kathrin Boron, Tischtennis-Europameister Timo Boll und der Personal-Trainer Witold Szmanda aus Hollywood, der zahlreiche Filmstars zu seiner Kundschaft zählt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert