Fertigprodukte sind oft zu stark gewürzt

Von: dapd
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Meistens eine Prise zuviel: In der Regel übersteigt der tägliche Salzkonsum der Deutschen den Mindestbedarf. Foto: dpa

Dinslaken. Darf ich salzen und wenn ja, wie viel? Menschen mit Bluthochdruck sind bei der Salzfrage häufig verunsichert, weiß Jost Henner Wirtz vom Bundesverband niedergelassener Kardiologen. „In den Medien werden häufig widersprüchliche Empfehlungen gegeben.” So habe aktuell eine belgische Studie ergeben, dass eine salzarme Kost Herz und Kreislauf auch schaden könne, sagt der Kardiologe aus Dinslaken.

Zu wenig Salz in der täglichen Ernährung erhöhe das Sterblichkeitsrisiko demnach sogar. Doch der Experte relativiert: „Diese Studienergebnisse sollten bei normalen Ernährungsgewohnheiten nicht zum Nachsalzen motivieren.”

Man sollte generell sparsam mit dem schmackhaften Gewürz umgehen, rät Wirtz. Die Mehrheit der Bevölkerung esse zu viel davon: „Im Durchschnitt sind es zehn Gramm pro Tag”, rechnet er vor. „Sechs Gramm sollten aber die Höchstmenge sein.” Diese Empfehlung einzuhalten, sei oft gar nicht so leicht, besonders wenn Fertigprodukte auf den Tisch kommen. Diese seien oft sehr stark gewürzt und wahre Salzbomben. Auch Wurst und Käse hätten oft einen extrem hohen Salzgehalt.

„Man kann die Salzaufnahme nur effektiv steuern, wenn man möglichst häufig auf frische Produkte zugreift und diese selbst verarbeitet”, sagt der Kardiologe. Außerdem sollte man sich das ständige Nachsalzen abgewöhnen und die gewohnte Mineralwassermarke auf ihren Salzgehalt zu überprüfen. Ist dieser Wert hoch und beträgt mehr als ein Gramm Natriumchlorid pro Liter, sollte man auf eine salzärmere Marke oder auf Leitungswasser umzusteigen.

In Absprache mit dem behandelnden Arzt könnten Bluthochdruck-Patienten auch Salzersatz, ein Würzmittel auf Basis von Kaliumchlorid, verwenden, sagt Wirtz: „Der Geschmack ist allerdings gewöhnungsbedürftig.” Schmackhafter und gleichzeitig gesünder sei das Würzen mit frischen Kräutern.
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