Würzburg - Fenchel spielt besonders in der Kinderheilkunde eine Rolle

Fenchel spielt besonders in der Kinderheilkunde eine Rolle

Von: dpa
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Sanfte Heilung aus der Natur: Der Volksmund bezeichnet die medizinisch genutzten Fenchelfrüchte meist als Samen. Foto: dpa

Würzburg. Ob bei Atemwegsbeschwerden oder Magenproblemen: Viele greifen in solchen Fällen zunächst zu Fenchel. Vor allem in der Kinderheilkunde spiele das Arzneigewächs wegen seiner milden Wirkung eine Rolle.

Das sagt der Forscher Johannes Gottfried Mayer. Fenchel sei eines der ersten Heilmittel, das ein Kind bekommt: „Als Fencheltee gegen Blähungen im Säuglingsalter, später kann es dann der Fenchelhonig bei Husten sein.” Mayer und seine Kollegen vom Institut für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg kürten das Gewächs daher zur „Arzneipflanze des Jahres 2009”.

Nach Einschätzung der Wissenschaftler zählt der Fenchel (Foeniculum vulgare Miller) zu den bekanntesten Arzneigewächsen. Seine heilende Wirkung schätzten schon die Hochkulturen Ägyptens und Chinas.

Heute werden laut Mayer ausschließlich die Fenchelfrüchte medizinisch genutzt, umgangssprachlich auch Samen genannt. Der wichtigste Inhaltsstoff ist ätherisches Öl: Es besteht bis zu 70 Prozent aus Anethol. Dieses regt die Bewegung der Flimmerhärchen in den Atemwegen an und löst Schleim. Es unterstützt aber auch die Magen- und Darmtätigkeit und wirkt daher bei Blähungen krampflösend.

Damit das ätherische Öl in den Tee übergeht, müssen vor der Zubereitung eines Fencheltees die Früchte mit einem Mörser etwas zerdrückt werden. In der Erfahrungsmedizin wird Fenchel zudem zur Förderung der Muttermilch während der Stillzeit empfohlen, äußerlich als Augenwasser bei Ermüdungserscheinungen des Auges sowie bei unspezifischen Sehstörungen. Allerdings sei beim Einsatz am Auge wegen bakterieller Infektionen Vorsicht geboten, warnt Mayer.

Gegenanzeigen und unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind dem Wissenschaftler zufolge nicht bekannt. Allerdings: „Die Früchte des Bitterfenchel sind ein mild wirkendes Arzneimittel, aber eben doch ein Arzneimittel. Über mehrere Wochen hinweg sollte es nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.”

Literatur zum Thema: Johannes Gottfried Mayer: Das geheime Wissen der Klosterfrauen, Rowohlt, ISBN: 978-3-49962-373-8, 12 Euro.

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