Feinstaub-Werte 2008 erneut gesunken

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Hamburg. Die Feinstaubwerte in Deutschland sind 2008 weiter gesunken, dennoch war die Konzentration in einigen Städten weiterhin höher als erlaubt. „Für eine generelle Entwarnung ist die Belastung an vielen Stellen noch viel zu hoch, trotz der positiven Tendenz”, sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, am Mittwoch zur Vorstellung der Feinstaubdaten.

„Wir müssen die Belastung weiter senken, um in gesunder Luft leben zu können.” Der Grenzwert für Feinstaub wurde bei rund fünf Prozent aller Messstationen häufiger als die erlaubten 35 Tage im Jahr überschritten. Feinstaub stammt unter anderem aus Dieselfahrzeugen, Haushalten und der Industrie.

Über die 35 Tage kamen laut Umweltbundesamt 19 der insgesamt 421 Stationen in Deutschland. Besonders betroffen sei der Raum Stuttgart und Nordrhein-Westfalen. Negativer Spitzenreiter war die Mess-Station Stuttgart Neckartor mit 79 Tagen, an denen der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten wurde. Die Umgebung der Messstation ist stark bebaut, zudem gibt es eine Ampelkreuzung, an der die Autos anfahren.

An rund der Hälfte der verkehrsnahen Messstationen lagen laut Umweltbundesamt auch die Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte über dem ab 2010 einzuhaltenden Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Stickstoffdioxid (NO2) ist für die Atemwege schädlich und entsteht ebenfalls in Industrie, Haushalten und im Verkehr.

Die Belastung durch Feinstaub war im vergangenen Jahr vergleichsweise gering. Noch nie wurden seit dem Beginn der Feinstaub-Messungen im Jahr 2000 derart niedrige Jahreswerte ermittelt. „Dafür sorgte vor allem die günstige Wetterlage, bei der windschwache Hochdruckgebiete selten auftraten, Gewitter und Starkregen dafür aber umso häufiger waren”, erläuterte Troge. Bei solchen Bedingungen werden die feinen Partikel oft rasch mit dem Wind verweht oder im Regen gebunden.

Doch nicht immer reichte das aus, um den vorhandenen Feinstaub auf ein harmloses Maß zu reduzieren - etwa an viel befahrenen Straßenschluchten wie in Stuttgart am Neckartor. Um zumindest die größten Feinstaub-Schleudern langfristig aus dem Verkehr zu verbannen, haben mittlerweile 32 Städte Umweltzonen eingerichtet, darunter Berlin, Köln und München. Autos dürfen in diesen Zonen nur dann unterwegs sein, wenn sie mit einer Feinstaub-Plakette versehen sind.

Die kleinen Feinstaub-Partikel sind für die menschliche Gesundheit deshalb gefährlich, weil sie in Nase und Rachen nicht hängen bleiben, sondern ungehindert in die Lunge gelangen. Dort können sie Entzündungen, Asthma und sogar Krebs auslösen. Die Stationen des Umweltbundesamtes messen die Konzentration des sogenannten PM10- Feinstaubes mit Teilchen von weniger als 10 Mikrometern (0,01 Millimetern) Durchmesser.
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