Experten: Palliativ-Versorgung noch immer lückenhaft

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Aachen. Von der flächendeckenden Versorgung todkranker Menschen ist Deutschland nach Expertenmeinung noch immer weit entfernt.

Nur etwa 15 Prozent des Bedarfs von Schwerstkranken und Sterbenden werde gedeckt, teilten Fachleute am Samstag bei einem Kongress in Aachen mit. Bereits die Gesundheitsreform 2007 hatte eine flächendeckende Palliativversorgung von Schwerstkranken festgeschrieben. Ziel ist dabei nicht Heilung, sondern bezweckt die Linderung körperlicher und seelischer Leiden und damit Verbesserung der Lebensqualität.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) forderte einen Rahmenvertrag für Netzwerke und Krankenkassen. Die palliative Versorgung sei kein Feld für einen Wettbewerb unter den Kassen. Die bestehenden 170 Einzelverträge seien nicht flächendeckend und nicht kassenübergreifend. Es gebe einige weiße Flecken wie Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern ohne einen einzigen Vertrag. „Angehörigen ist nicht zumutbar, dass das über Kostenerstattung läuft”, sagte KBV- Vorstand Carl-Heinz Müller.

Ein weiterer Grund für die Versorgungslücken sei der Mangel speziell ausgebildeter Ärzte, stellte der Deutsche Hospiz- und Palliativverband fest. Statistisch komme auf 250.000 Einwohner gerade einmal ein Versorgungsteam, sagte die Verbandsvorsitzende Birgit Weihrauch.

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