Erstes Behandlungszentrum für seltene Krankheiten

Von: dpa
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Tübingen. In Tübingen ist das deutschlandweit erste Behandlungs- und Forschungszentrum für seltene Krankheiten gegründet worden. Patienten sollen dort gemeinsam von Experten aus unterschiedlichen medizinischen Fachrichtungen behandelt werden.

Bislang sei es für Betroffene schwer, medizinische Hilfe zu finden, sagte der Vorstandssprecher des Zentrums, Olaf Riess, am Freitag bei der Gründung. Weil seltene Krankheiten selbst bei Ärzten oft unbekannt seien, würden sie oft nicht richtig diagnostiziert und behandelt.

Eine Krankheit gilt dann als selten, wenn nicht mehr als einer von 2000 Menschen an ihr leidet. Das Tübinger Zentrum soll neben der Behandlung auch die Forschung über seltene Krankheiten in den Bereichen Neurologie, Augenheilkunde, Dermatologie, Gynäkologie und bei Mukoviszidose voranbringen.

Für mehrere Krankheiten gebe es noch gar keine wirksame Therapie, sagte Riess. Die geringen Fallzahlen machten es schwer, eine solche Krankheit überhaupt systematisch zu erforschen.

Die Mediziner wollen ihre Erkenntnisse mit Unikliniken in anderen Ländern austauschen, um eine bessere Datengrundlage zu bekommen. Auch im Medizinstudium sollen seltene Krankheiten in Zukunft eine größere Rolle spielen. Darüber hinaus sind Fortbildungen zum Beispiel für Hausärzte geplant.

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