Erste Hilfe für Unfälle in der jecken Zeit

Von: Berit Uhlmann, dapd
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Karneval Unfall
Kein Bild der Seltenheit: In der jecken Jahreszeit kommt es häufiger zu kleinen und größeren Unfällen - mit zum Teil bösen Folgen. Foto: ddp

Berlin. So mancher Karnevalsprinz ist schon vom Festwagen gestürzt, nicht wenige Gäste von Fastnachtssitzungen rutschen in Bierlachen aus. In der juristischen Literatur sind Fälle nachzulesen, dass begeistert geworfene Kamelle zu Platzwunden führten.

In den närrischen Tagen des Jahres 2009 ereigneten sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts 25 Prozent mehr alkoholbedingte Verkehrsunfälle als an anderen Tagen des Jahres.

Wenn zur Karnevalszeit große Teile der Republik in Ausnahmezustand geraten, sind auch Unfälle keine Ausnahme mehr. Feierlaunige sollten daher das Auto von vorneherein stehen lassen und auf kleinere Notfälle vorbereitet sein.

Ausgeschlagene Zähne in Milch aufbewahren

Wer etwa mit der Bierflasche am Mund stürzt, riskiert, einen Zahn einzubüßen. „Eine gute erste Hilfe kann Zähne retten”, sagt Karl-Heinz Sundmacher, Vorsitzender des Verbands Deutscher Zahnärzte. Entscheidend sei, dass der Zahn schnell und sicher zum Zahnarzt gebracht werde. Denn ein ausgeschlagener Zahn sei ohne spezielle Vorkehrungen schon nach etwa 30 Minuten so geschädigt, dass er nicht wieder vollständig anwachsen kann.

Am einfachsten könne ein ausgeschlagener Zahn transportiert werden, indem man ihn - eventuell kurz abgespült - wieder in die Lücke schiebt. Ist eine Apotheke in der Nähe, kann dort eine Zahnrettungsbox gekauft werden. In ihr könnten Zähne oder Bruchstücke davon nach Angaben des Mediziners sogar ein bis zwei Tage lang aufgehoben werden.

Immerhin noch zwei bis drei Stunden bleiben Zähne oder Teile einsatzbereit, wenn sie in handelsüblicher H-Milch transportiert werden. Im Notfall sei auch eine Kunststofffolie zum Transport geeignet. Kommt der Zahn schnell beim Zahnarzt an, kann der ihn wieder einsetzen. Abgebrochene Teile lassen sich mit Spezialleim wieder ankleben.

Bei Wunden im Gesicht besser zum Arzt

Wunden sollten durch ein Pflaster oder, falls die Wunde großflächiger ist, durch eine sterile Auflage abgedeckt werden, sagt Pauline Quenzel, Krankenschwester und Wundtherapeutin aus München. Von Hausmitteln, mit denen Feierlaunige gerne aufwarten - etwa der Wunde mit einem Schnaps oder rohem Fleisch zu Leibe zu rücken - hält sie nichts.

Ist eine Wunde stark verschmutzt oder sehr groß, solle man einen Arzt aufsuchen. Auch klaffende Wunden seien ein Fall für den Mediziner, weil sie in der Regel genäht werden müssten. Bei Blessuren im Gesicht sei das Nähen ebenfalls sinnvoll, denn dadurch werde ein ästhetisch besseres Ergebnis erreicht.

Lärm bedroht das Innenohr

Bei wildem Faschingstreiben droht mitunter auch den Ohren Gefahr. Manche Tröten und Spielzeugpistolen, mit denen Karnevalisten sich gern ausstatten, erzeugen enorme Lautstärken. Durch heftigen Lärm aus nächster Nähe könnten die winzigen Härchen im Innenohr geschädigt werden, erläutert der Freiburger Hals-Nasen-Ohren-Arzt Michael Deeg.

Die Folge sei eine sofort einsetzende Schwerhörigkeit, oft auch ein Klingeln oder Rauschen im Ohr. Betroffene sollten sich schnell aus dem Lärm zurückziehen und einen Facharzt aufsuchen.

Er könne durchblutungsfördernde Medikamente verabreichen, die den Haarzellen helfen, sich zu regenerieren. Kortison lasse das gereizte Gewebe des Innenohrs abschwellen.

Verstauchten Knöchel kühlen und hochlegen

Eine häufige Verletzung, die zu Karnevalszeiten durch Alkoholkonsum und Fußkostümierungen begünstigt werden kann, sind verstauchte Knöchel. Das Gelenk schwillt an und schmerzt. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen empfiehlt zur ersten Hilfe das PECH-Schema: Pause, Eis, Kompression, Hochlegen.

Das heißt, der Fuß sollte ruhig auf Stuhl oder Bett gelegt, gekühlt und mit einer Kompressionsbandage verbunden werden, die einen leichten Druck auf den Knöchel ausübt. In vielen Fällen ließen die Beschwerden innerhalb einiger Tage deutlich nach. Seien die Schmerzen allerdings von Anfang an sehr stark oder auch nach Tagen nicht schwächer geworden, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.
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