Ersatzdroge auf Rezept: Diamorphin

Von: dpa
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Diamorphin Ersatzdroge
Eine Spritze mit dem Wirkstoff Diamorphin: Bei der Droge handelt es sich um künstliches Heroin. Die 1874 entdeckte klare Flüssigkeit sollte als Ersatz für das aus Schlafmohn gewonnene Opiat Morphium dienen, ähnlich schmerzstillend sein, aber nicht abhängig machen. Da das Gegenteil der Fall war, wurde sie in den meisten Ländern verboten. Foto: dpa

Hamburg. Diamorphin ist künstliches Heroin. Die 1874 entdeckte klare Flüssigkeit soll als Ersatz für das aus Schlafmohn gewonnene Opiat Morphium dienen, ähnlich schmerzstillend sein, aber nicht abhängig machen.

Da das Gegenteil der Fall war, wurde sie in den meisten Ländern verboten. Diamorphin ist aber in Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz als Schmerzmittel oder zur Behandlung von Heroinabhängigen zugelassen.

Nach einem bundesweiten Modellversuch von 2002 bis 2006 wird Diamorphin seit Juli 2009 auch hierzulande an Heroinsüchtige in Spezialeinrichtungen unter strenger staatlicher Aufsicht vergeben.

Betroffene müssen seit fünf Jahren opiatabhängig sein, zwei erfolglose Therapien hinter sich haben und mindestens 23 Jahre alt sein. Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums zufolge gibt es in Deutschland rund 150.000 Heroinabhängige.

Untersuchungen ergaben, dass es Süchtigen nach der Umstellung deutlich besser ging. Teilweise konnten sie wieder ein geregeltes Leben mit festem Wohnsitz und fester Arbeit aufnehmen. Die Abbruchquote ist deutlich niedriger als beim Einsatz der Ersatzdroge Methadon.

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