Entstehung von Herzinsuffizienz und Alzheimer verläuft ähnlich

Von: ddp
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Orlando. Eine Herzinsuffizienz ist möglicherweise eine Art Alzheimer des Herzmuskels: Ähnlich wie bei der Demenzerkrankung im Gehirn scheinen sich bei der Herzschwäche Eiweißtrümmer und Proteinfragmentklumpen abzulagern - allerdings im Herzmuskel.

Darauf deuten zumindest die Ergebnisse einer Studie mit Hunden hin, deren Herz durch einen operativen Eingriff künstlich unter Stress gesetzt wurde.

Als Folge des dadurch entstehenden unregelmäßigen Herzschlags bildeten sich nach und nach immer mehr klumpenartige Eiweißplaques, wie das internationale Forscherteam berichtet, das die Untersuchung durchführte.

Ähnliche Ablagerungen fanden die Wissenschaftler auch im Herzgewebe von Menschen, die unter einer Herzinsuffizienz litten. Sollte sich das bestätigen, gäbe es einen neuen Ansatzpunkt, um die Volkskrankheit Herzinsuffizienz effektiv zu behandeln, berichtete Studienleiter Giulio Agnetti von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore auf dem wissenschaftlichen Jahrestreffen der Amerikanischen Herzgesellschaft AHA.

Im Herzgewebe der Hunde, deren Herz aufgrund eines operativen Eingriffs nicht mehr die volle Leistung erbrachte, konnten die Forscher gleich drei chemische Veränderungen identifizieren. Alle betrafen ein Protein namens Desmin, früher wegen seiner Aufgabe bei der Stabilisierung des Herzmuskels auch Skeletin genannt.

Die Modifikationen führten zu einen Ansammlung von klumpenartigen Proteinhaufen im Muskel, die stark den typischen Amyloidplaques in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten ähnelten. Interessanterweise bildeten sich die Proteinablagerungen zurück, wenn die Hundeherzen durch eine Operation wieder voll funktionsfähig gemacht wurden. Die gleichen chemischen Veränderungen des Desmins fanden die Forscher auch im Herzgewebe von vier Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz.

Bei dieser Krankheit ist der Herzmuskel so geschädigt, dass er seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann und nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper pumpt. Hauptsymptome sind starke Erschöpfung, ausgeprägte Atemnot bei Bewegung und ein vergrößerter Herzmuskel. Eine Heilung gibt es aktuell nicht, es ist lediglich möglich, den Fortschritt der Krankheit aufzuhalten, indem die Ursachen beseitigt werden - eine Entzündung, ein Problem mit den Herzkranzgefäßen, ein Herzfehler, Blutarmut oder auch ein Lungenproblem.

Je besser man jedoch die Mechanismen beim Entstehen der Herzinsuffizienz verstehe, desto besser könne man eine Therapie entwickeln, die die Schäden am Muskel rückgängig mache, so die Forscher. Besonders interessant sei in diesem Zusammenhang die Entdeckung, dass erst eine zu starke Belastung des Herzens durch den künstlich aufgezwungenen unregelmäßigen Rhythmus die Bildung der Proteinklumpen ausgelöst habe.
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