Calw - Entspannung: Wahrnehmungstyp soll bei Suche nach passender Methode helfen

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Entspannung: Wahrnehmungstyp soll bei Suche nach passender Methode helfen

Von: Christine Amrhein, dapd
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Viele Menschen greifen Yoga zurück, um ihren Stress abzubauen. Allerdings sollte man auch bei ausbleibenden Erfolgserlebnissen nicht zu schnell aufgeben, rät die Ergotherapeutin Ehret-Wemmer. Foto: dpa

Calw. Wenn Sie den Begriff Kaminfeuer hören, was kommt Ihnen zuerst in den Sinn? Sehen Sie in erster Linie das flackernde Feuer vor Augen? Hören Sie vor allem das Knistern der Flammen? Oder spüren Sie förmlich die Wärme, die das Feuer ausstrahlt?

Solche Fragen verraten, zu welchem Wahrnehmungstyp man gehört: zum visuellen, auditiven oder zum kinästhetischen, also „fühlenden” Typ. Was aber hat das nun mit Entspannung zu tun? „Sehr viel”, sagt Doris Ehret-Wemmer, selbständige Heilpraktikerin in Calw. „Ob jemandem eine Entspannungsmethode hilft, hängt unmittelbar damit zusammen, wie er seine Umwelt bevorzugt wahrnimmt.”

Die Ergotherapeutin hat die Erfahrung gemacht, dass gestresste Menschen zwar oft verschiedene Entspannungsmethoden wie Yoga oder Meditation ausprobieren, aber: „Viele geben nach ein paar Versuchen frustriert wieder auf, weil sie das Gefühl haben, die Methode funktioniert nicht oder passt nicht zu ihnen”, berichtet Ehret-Wemmer.

Aus diesen Beobachtungen und den Erfahrungen als Hypnosetherapeutin hat sie das Konzept der typgerechten Entspannung entwickelt. „Bei der Hypnose nutzt man verschiedene Wahrnehmungskanäle, um Zugang zum Unbewussten zu erlangen”, sagt die Heilpraktikerin. „Ähnlich hat jeder auf einem bestimmten Kanal den besten Empfang für das optimale Erlernen einer Entspannungsmethode.”

So sprechen visuelle Typen auf Phantasiereisen und autogenes Training besonders gut an - Methoden, bei denen die visuelle Vorstellungskraft im Vordergrund steht. Auditive Typen können sich bei Lachyoga und autogenem Training besonders gut entspannen, während für den kinästhetischen Typ häufig die progressive Muskelrelaxation, bei der einzelne Muskelgruppen an- und wieder entspannt werden, die geeignete Methode ist.

Wer sich für die typgerechte Entspannung interessiert, kann mit Hilfe eines Selbsttests zunächst herausfinden, welcher Entspannungstyp er ist. „Das hat den Vorteil, dass viele wieder neugierig werden und Lust bekommen, die für sie geeignetste Methode zu finden”, sagt Ehret-Wemmer. „Hat man erst den Einstieg erfolgreich geschafft, kann man auch andere Techniken ausprobieren.”

Ähnliches gilt auch für „Mischtypen”, die auf zwei Wahrnehmungskanälen einen ähnlich guten Empfang haben. „Sie können sich aus den Empfehlungen für beide Typen eine Methode aussuchen, die ihnen ansprechend erscheint”, sagt Ehret-Wemmer.

Am Anfang muss man für „seine” Entspannungstechnik schon etwas Zeit investieren. „In den ersten vier bis acht Wochen ist es sinnvoll, jeden oder jeden zweiten Tag zehn bis fünfzehn Minuten zu üben”, sagt Ehret-Wemmer. „Mit der Zeit kann man dann bei Verspannungen im Alltag schneller gegensteuern. Dann reicht es oft, einmal in der Woche eine Auffrischungsübung zu machen.”
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