EKG im T-Shirt und Läusekamm als Medica-Neuheiten

Von: Gerd Korinthenberg, dpa
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Model Elke führt einer Baybpuppe eine 7,5 mm dünne Sonde ein auf der Medizin-Fachmesse Medica am Dienstag (17.11.2009) in Düsseldorf. Foto: dpa

Düsseldorf. Ohne Digitalisierung keine moderne Medizin: Diese schon fast geläufige Erkenntnis stellt auch in diesem Jahr die Düsseldorfer Medizin-Fachmesse Medica erneut unter Beweis.

Von Mittwoch bis 21. November werden zum größten Medizin-„Marktplatz” der Welt 4324 Aussteller aus 60 Nationen in sämtlichen 19 Messehallen am Rhein erwartet.

Die digitale Datenübertragung macht aber nicht nur eine stärkere „Vernetzung” etwa zwischen Patient, Arzt oder Klinik auf der telemedizinischen Datenautobahn möglich. Wie sich moderne Medizintechnik ambulant im Patienten-Alltag einsetzen lässt, zeigt ein T-Shirt, das die Langzeit-Messung mit dem EKG vereinfachen soll: Die Verkabelung der Elektroden fürs Herz ist unauffällig in das Hemd integriert, eine Datenbox in einer eingearbeiteten Tasche speichert die Messdaten bis zu 72 Stunden lang.

„Klug” sind auch weitere in die Kleidung integrierbare Systeme zur kontinuierlichen Herzüberwachung bei Risikopatienten: Mögliches Herzkammer-Flimmern wird per Funk gemeldet. Um Fehlalarm etwa beim Treppensteigen zu vermeiden, werden derlei Aktivitäten von einem Beschleunigungssensor erfasst.

Eine verbesserte Wundheilung besonders bei Diabetikern verspricht ein neues Biomaterial, das aus Neuseeland den Weg auf die Düsseldorfer Medica gefunden hat. Das aus dem Magengewebe neuseeländischer Schafe gewonnene Material unterstütze die körpereigene Gewebe-„Reparatur” und eigne sich besonders für großflächige Wunden an belasteten Körperstellen wie etwa den Füßen.

Als „Weltneuheit” wird auf der Medizin-Messe eine „Laserdusche” präsentiert, die mit Licht großflächig die Heilung von Verletzungen, Entzündungen oder Hautkrankheiten nach Herstellerangaben „maßgeblich” beschleunigt.

Patienten mit Platzangst können aufatmen: Ein Magnetresonanz- Tomograph (MRT) mit großem Durchmesser von 70 Zentimeter biete ihnen höheren Komfort und mehr Raum. Und der Jet-Ski ist nicht länger bloßes Freizeit-Vergnügen. Mit Einsatzhorn und Medizin-Notfallkoffer soll das flinke Wasserfahrzeug im kommenden Sommer auf der Ostseeinsel Usedom seine Premiere zur Rettung Verunglückter besonders in flachem Wasser erleben.

„Aus die Laus” verspricht ein neues Gerät genervten Eltern. Der amerikanische High-Tech-Läusekamm wird über einen Schlauch mit warmer Luft von knapp 60 Grad versorgt, die laut Anbieter bei etwa einer halben Stunde Anwendung Läuse und ihre Nissen austrocknen lässt. Der landläufige Fön als Alternative zu dem rund 1300 Euro teuren „Lousebuster” wäre hochgradige gefährlich, warnt der Produzent: Die Haut könnte leicht verbrennen und das Ungeziefer doch nicht „flächendeckend” beseitigt sein.

Die Düsseldorfer Medizinmesse, die von 500 Ausstellern der Compamed für medizinische Vorprodukte und Rohstoffe ergänzt wird, hatte im vergangenen Jahr 137.000 Fachbesucher aus über 100 Ländern. Rund 10.000 Ärzte und Angehörige von Heilberufen besuchten 2008 den angeschlossenen Medica-Kongress, der auch in diesem Jahr mit etwa 200 Seminaren und Kursen von 600 Referenten aufwartet und sich vor allem dem Krebs, der Herzmedizin und den Alterskrankheiten widmet.
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