Ein spezieller Mix verschiedener Töne deckt Hörschäden bei

Von: ddp
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Braunschweig. Ein gutes Gehör ist eine wichtige Voraussetzung für den Spracherwerb, daher ist es besonders wichtig, dass Hörschäden frühzeitig erkannt werden.

Aus diesem Grund werden schon bei Kleinkindern Hörscreenings durchgeführt, für die auch die gesetzlichen Krankenkassen aufkommen. Forscher der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig haben diese Erkennungsmethode nun entscheidend verbessern können. Zu diesem Zweck arbeiteten sie mit verschiedenen Universitätskliniken und einem Hersteller von Geräten zur Gehöruntersuchung zusammen, wie das PTB mitteilt.

Bei Hörscreenings von Neugeborenen messen Ärzte die Hirnströme, mit denen die Kinder auf bestimmte Laute reagieren. Die Hirnströme werden dabei in einem sogenannten Elektroenzephalogramm bildlich dargestellt und ausgewertet. Bislang wurden dazu Abfolgen von Klick-Geräuschen verwendet. Diese werden nun von sogenannten Chirp-Signalen abgelöst: Dabei handelt es sich um einen Mix von Tönen, der eine unmittelbare Hirnstrom-Reaktion hervorruft.

Da die Signale schon bei geringer Lautstärke zur gewünschten Reaktion führen, ist im Vergleich zu dem bisherigen Verfahren die Gefahr geringer, dass Hintergrundgeräusche das Ergebnis verfälschen. Der Name Chirp geht auf eine besondere Eigenschaft der Signale zurück: Zwar ähneln sie eigentlich mehr einem Knattern, verlangsamt abgespielt klingen sie jedoch wie Vogelgezwitscher - und Chirp heißt auf Deutsch Zwitschern.

Die Wissenschaftler des PTB untersuchten nun in Versuchsreihen mit jungen Probanden mit gesunden Ohren, in welcher Lautstärke, Reihenfolge und in welchem zeitlichen Abstand die einzelnen Töne aufeinander folgen müssen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Zudem entwickelten die Forscher ein Verfahren zum Kalibrieren der Signale, denn jeder Mensch hat eine etwas andere Hörschwelle, ab der Geräusche überhaupt erst wahrgenommen werden.

Zudem könnten die Chirp-Signale ohne Kalibrierung beispielsweise je nach verwendetem Kopfhörermodell unterschiedlich im Ohr des Patienten ankommen. Dank der neuen Technik können die behandelnden Ärzte nun gewährleisten, dass die Untersuchungsergebnisse wirklich aussagekräftig und auch die Resultate verschiedener Kliniken und Ärzte miteinander vergleichbar sind.
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