Ein leichtes Reizdarmsyndrom ist meist harmlos

Von: dapd
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Wiesbaden. Fest, weich oder flüssig: Der Stuhlgang gilt als Spiegel der Gesundheit. Wer dauerhaft Durchfall hat, macht sich deshalb natürlich Sorgen. Professor Ulrich Fölsch von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) aus Wiesbaden warnt vor Panikmache: „So lange man sich wohl und gesund fühlt, steckt dahinter häufig nur ein leichtes Reizdarmsyndrom, das völlig harmlos ist.”

Viele Menschen kennen das: Bei Aufregung oder Nervosität müssen sie oft auf die Toilette und haben Durchfall. „Auch Kaffee, Tee oder die erste Zigarette bei Rauchern kann für diesen Effekt sorgen”, sagt Fölsch.

Ursache für das Reizdarmsyndrom ist vermutlich eine Störung im Informationsaustausch zwischen Gehirn und Darm. „Bei Stress, Belastung oder anderen speziellen Auslösern, zum Beispiel innerhalb der Ernährung, wird der Darm aktiviert”, erklärt der Gastroenterologe. Bei manchen Menschen ist der Verdauungstrakt durch das Reizdarmsyndrom so konditioniert, dass der Stuhl dauerhaft weicher ist. Doch Fölsch beruhigt: „Wer nur weichen Stuhlgang hat und ansonsten keinerlei weitere Beschwerden wie Bauchschmerzen oder ein unangenehmes Völlegefühl kann mit so einem leichten Reizdarmsyndrom ganz normal leben.”

Wer allerdings erst seit kurzem unter Durchfall leidet, ständig auf die Toilette muss oder über Tage und Wochen Gewicht verliert, sollte diese Veränderungen keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, denn dahinter könnten schwerwiegende Erkrankungen wie zum Beispiel eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder ein chronischer bakterieller Infekt stehen.

„Auch Auffälligkeiten am Stuhlgang wie zum Beispiel Blut oder Schleim müssen umgehend ärztlich abgeklärt werden.” Hierfür sind ein Stuhlprobe, aber auch eine Stuhlvisite, also eine Betrachtung des Stuhlganges durch den Arzt, erforderlich.
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