Die Sicherheit von Selbsttests nicht überschätzen

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Berlin. Sich selbst zu testen, gehört für viele Menschen zur Gesundheitsvorsorge. Durch das Messen von Blut- oder Harnproben lassen sich zu Hause verschiedene Körperfunktionen überprüfen.

„Um eine Krankheit sicher zu diagnostizieren, ist die Untersuchung durch einen Arzt nötig”, betont Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. „Die Messwerte in Eigenregie können aber helfen, mögliche Krankheitsrisiken zu erkennen oder den Verlauf einer Krankheit zu kontrollieren.”

Ein bekannter Test für daheim ist der Schwangerschaftstest, bei dem Hormonkonzentrationen im Harn gemessen werden. Für Diabetiker sind Harn- und Blutuntersuchungen wichtig. „Für alle Selbsttests ist es wichtig, das Probenmaterial Blut oder Harn richtig zu gewinnen”, erläutert Sellerberg.

„Wenn man Blut braucht, sticht man sich am besten seitlich in das äußerste Fingerglied.” Die Hände sollten gewaschen und trocken sein. Herumdrücken am Finger, damit sich der Blutstropfen schneller bildet, sollte man unbedingt vermeiden. „So würde auch Gewebswasser in den Blutsstopfen gelangen und das Blut verdünnen. Die Messwerte wären dadurch zu niedrig”, erläutert sie.

Untersucht man seinen eigenen Harn, sollte man den sogenannten Mittelstrahl-Urin verwenden. „Er wird gewonnen, indem die erste Portion des Urins nicht verwendet wird, sondern nur der mittlere Anteil des Urins in einem Becher aufgefangen wird”, erklärt die Apothekerin. „So wird die Verunreinigung der Harnprobe mit Blut, Bakterien oder anderen Verunreinigungen vermieden.”

Es gibt inzwischen Schnelltests für sehr viele Krankheiten. Aber nicht jeder Test ist für den Einsatz ohne ärztlichen Rat geeignet. „So wird beispielsweise der Selbsttest auf Herzinfarkt kritisch bewertet”, betont Sellerberg.

„Denn beim Verdacht auf Herzinfarkt sollte sofort der Notarzt gerufen werden, statt das Ergebnis eines Heimtests abzuwarten.” Sie rät auch, sich nicht alleine auf eine HIV-Infektion zu testen: Denn mit der vermeintlichen Eigendiagnose wäre man psychisch überfordert. Hinzu komme, dass die Sicherheit von Selbsttests oft überschätzt wird. „Ist ein Test zu 99 Prozent sicher, bedeutet das umgekehrt, dass bei einem von hundert Testpersonen ein falsches Ergebnis angezeigt wird.”
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