Die Energiepunkte des Körpers aktivieren: Japanisches Heilströmen bringt Kraft und Entspannung

Von: Barbara Erbe, dapd
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München. Das Baby, das zum Einschlafen am Daumen nuckelt, die gestresste Angestellte, die sich mit den Fingerkuppen ihre pochenden Schläfen massiert, der verspannte Bauarbeiter, der sich mit der Hand den Nacken reibt - sie alle berühren ganz unwillkürlich wichtige Energiepunkte ihres Körpers, meint die Münchener Masseurin und Atemtherapeutin Helga Segatz.

„Solche Orte des Körpers, an denen Energie empfangen und weiter geleitet wird, nennen wir beim Japanischen Heilströmen Energieschlösser.” Davon gebe es 26, die jeweils unterschiedlichen Körperbereichen zugeordnet seien. „Die meisten befinden sich auf Akupunkturpunkten, einige sind auch in der Fußreflexzonentherapie bekannt.”

Ausgeglichenheit durch „freien Fluss” der Lebensenergie

Würden eben diese Punkte leicht mit der Hand berührt, könnte das der oder dem Betroffenen an anderen, mit ihnen verbundenen Stellen Kraft, Entspannung und manchmal auch Linderung von Beschwerden schenken. Denn die Stimulation der jeweiligen „Energieschlösser” durch die Hände bringe die Körpersäfte wieder in Fluss. „Sie löst Blockaden und Stauungen, die ansonsten der Beginn von Unwohlsein oder gar Krankheit sein könnten.” Umgekehrt fühle sich der Mensch vitaler und seelisch und körperlich ausgeglichener, wenn der freie Fluss wieder hergestellt sei.

Am Anfang wird der Puls gespürt

Die Kunst des „Heilströmens” sei bereits vor 5000 Jahren in der Mongolei angewendet worden und im 19. Jahrhundert von dem Japaner Jiro Murai wieder aufgegriffen worden, erklärt die Therapeutin. „Heilströmen”, das bedeute übersetzt sinngemäß in etwa „Heilkraft Gottes, die durch den mitfühlenden Menschen wirkt”. Helga Segatz beginnt damit, den Puls ihrer Patientinnen zu spüren. Dazu gebe es am rechten und am linken Handgelenk verschiedene Pulse, die für unterschiedliche Organe stünden. Der Puls, der am „lautesten” klopft, werde behandelt.

Ist es beispielsweise der des Magens, legt Segatz ihre Finger auf die mit ihm verbundenen Energieschlösser. „Nach so einer Sitzung fühlen sich die meisten Menschen sehr entspannt und belebt.”

Die Methode ist zur Selbstbehandlung geeignet

Zu Hause könne der Patient dann so oft es geht beispielsweise selbst mit einer Hand den Daumen umschließen und auf diese Art „den Strom weiter aktivieren.” Ein großer Vorteil sei, dass man die Methode schon nach kurzer Zeit für sich allein anwenden könne, „denn sie ist leicht zu lernen, man kann sich dabei keinen Schaden zufügen und lernt den eigenen Körper immer besser kennen.”

Neugierigen, die sich einmal selbst im Heilströmen erproben möchten, rät Segatz: „Probieren Sie es aus - Ihre Finger haben Sie überall dabei und allein durch das regelmäßige Halten Ihrer Finger (täglich drei bis fünf Minuten) wird sich in Ihrem Leben eine heilsame, harmonisierende Kraft einstellen.” Zum Beispiel durch das Halten des Daumens bei Verdauungsstörungen, Blähungen, Sorgen und Grübeleien, Ein-, und Durchschlafstörungen; oder durch das Halten des Zeigefingers bei Nieren- und Blasenproblemen, Stress oder Ängsten. Zur Entspannung und Beruhigung empfehle es sich, mit beiden Händen das Handgelenk der jeweils anderen Hand zu umfassen. Dieser Griff helfe, Spannungen, Stress und ruhelose Gedanken zu harmonisieren und wieder ruhig zu werden.

„Heilströmen” ersetzt keinen Arztbesuch

Menschen, die das Strömen bei sich selbst anwenden, seien immer wieder verblüfft darüber, wie eine so einfache Methode so wirkungsvoll sein könne, schwärmt Segatz. „Dennoch sollte man bei schlimmen oder akuten Erkrankungen natürlich einen Arzt aufsuchen.”

Literatur: Ingrid Schlieske, „Japanisches Heilströmen”. Rowohlt Verlag, 3. Auflage 2006, 9,99 Euro, ISBN: 9783499620560
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