Wien - Die 5-Elemente-Küche soll den Körper ins Gleichgewicht bringen

Die 5-Elemente-Küche soll den Körper ins Gleichgewicht bringen

Von: Tina Eichmüller, ddp
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Mohnroulade mit Preiselbeermarmelade: Unser Wohlbefinden hat einen ganz besonderen Stellenwert. Auf den eigenen Körper zu hören, entspricht dem Zeitgeist, genauso wie die Rückbesinnung auf altes Ernährungswissen. Foto: ddp

Wien. Unser Wohlbefinden hat einen ganz besonderen Stellenwert: Auf den eigenen Körper zu hören, entspricht dem Zeitgeist, genauso wie die Rückbesinnung auf altes Ernährungswissen. „Die 5-Elemente-Küche ist die praktische Umsetzung der Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).”

Das erklärt die TCM-Ernährungsberaterin und Kochbuchautorin Claudia Nichterl aus Wien. Diese Ernährungslehre folge wie der indische Ayurveda seit Jahrtausenden dem Prinzip des ganzheitlichen Menschen. „Die bewusste Auswahl der Zutaten und die Art der Zubereitung der 5-Elemente-Küche fördern den Ausgleich und das Wohlbefinden”, betont die Expertin. Dabei lasse sich das fernöstliche Know-how wunderbar auf die westliche Küche übertragen.

Die Verwendung von saisonalen und regionalen Produkten - am besten aus Bio-Anbau - gehöre zu den Eckpfeilern der Lehre, betont die Ernährungswissenschaftlerin. Unser Körper signalisiere uns zu jeder Jahreszeit, was ihm gut tue. „In der Praxis sind das genau die Lebensmittel, die auch im natürlichen Rhythmus der Natur wachsen”, sagt Nichterl. Ein wichtiger Grundsatz der 5-Elemente-Küche sei auch, die Individualität jedes Menschen zu achten: „Was dem einen gut tut, ist für den anderen unter Umständen nicht geeignet”, erklärt die Autorin.

Die Basis der Lehre seien die Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. „Die 5 Elemente sind bestimmten Jahreszeiten zugeordnet”, informiert die Autorin. Gleichzeitig stehen sie auch für eine Geschmacksrichtung (z.B. „scharf”) und für bestimmte Lebensmittel, die wiederum bestimmte Organe im Körper ansprechen.

Was sich auf den ersten Blick vielleicht etwas kompliziert anhört, ist näher besehen leicht nachvollziehbar. „Holz ist ein dynamisches, wachsendes Element, es repräsentiert den Frühling”, erläutert Nichterl. Als Geschmacksrichtung sei dem Holz „sauer” zugeteilt, was sich in den dazu passenden Lebensmitteln wie Rhabarber, sauren Beeren oder frischen Kräutern spiegle, die wiederum die Organe des Elements, Gallenblase und Leber, stärkten. Das Prinzip dieser Ernährungsform werde anschaulich, wenn man sich seine kulinarischen Gelüste verdeutliche: „Im Frühling freuen wir uns nach der langen Durststrecke des Winters auf frische, munter machende Zutaten, die unsere Lebensgeister wecken”, erklärt Nichterl.

Das nächste Element, das Feuer, werde dem Sommer zugerechnet, seine Geschmacksrichtung sei bitter, dazu passten Erzeugnisse wie Kaffee oder Kurkuma. Die Organe des Feuers seien Herz und Dünndarm. Das Element Erde stehe für die Erntezeit im Herbst. „Zu diesem Element gehören Magen und Milz, der Geschmack ist süß, dazu passen zum Beispiel Getreide, Mais, Karotten oder Kürbis”, erklärt die Expertin.

Metall symbolisiere den späten Herbst, der dazugehörige Geschmack sei scharf, was sich zum Beispiel in Zwiebeln, Lauch oder Rettich wiederfinde, die Lunge und Dickdarm stimulierten. „Das letzte Element, das Wasser, symbolisiert den Winter”, erklärt Nichterl. Der Geschmack sei salzig. „Dazu passen Meersalz, Fische und Meerestiere, die Organe sind Niere und Blase”, weiß die Expertin.

Die klassischen Gerichte dieser Küche seien darauf ausgerichtet, den Menschen im Gleichgewicht zu halten. „Alle fünf Elemente sind ausgewogen in einem Gericht vertreten”, erklärt Nichterl. Wer diese Regel beim Kochen beherzige, fühle schon nach den ersten Mahlzeiten eine Verbesserung seines Gesamtzustandes. „Man ist nach dem Essen gesättigt und zufrieden, aber nicht voll”, betont Nichterl. Wie oft und intensiv man die 5-Elemente-Küche in den Alltag einbaue, stehe jedem frei. „Wichtig ist, das Ganze nicht dogmatisch zu betreiben, der Genuss und die Freude am Kochen und Essen sollten immer im Vordergrund stehen”, betont die Expertin.

Nichterls Rezepte sind wie die meisten westlichen Rezepte der Elemente-Küche alltagstauglich und unkompliziert. Davon zeugen Beispiele wie Bunter Spargelsalat mit roten Linsen, Palatschinken mit Erbsenmus und Schafskäse oder Antipasti-Spieße mit Salbei und Estragon. „Ich mag das Blumenkohl-Curry mit Huhn oder einen deftigen Krautstrudel mit Birne sehr gerne”, betont die Autorin. Für Liebhaber der süßen Genüsse gibt es zum Beispiel Mohnkuchen mit Erdbeeren und Kardamom, Nuss-Hirse mit Zwetschgenkompott oder eine Schokomohn-Creme mit Kiwi-Mus.

Wer Geschmack an der 5-Elemente-Küche gefunden hat, kann sich bei einem TCM-Berater untersuchen lasse. „Danach kann man sich einen Speiseplan zusammenstellen, der ganz auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist”, sagt Nichterl.
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