Diabetikern die Angst vor der Spritze nehmen

Von: dapd
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Einigen Diabetikern treibt schon der Gedanke an die Insulinspritze den Schweiß auf die Stirn. Foto: dpa

Köln. Einigen Diabetikern treibt schon der Gedanke an die Insulinspritze den Schweiß auf die Stirn. Aber in den meisten Fällen steckt hinter dieser Reaktion nicht die eigentliche Angst vor der Nadel.

„Die Hemmschwelle vor den Insulinspritzen kommt in der Regel von außen und ist die Folge von mangelhafter Aufklärung”, sagt der Kölner Internist Matthias Riedel vom Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN).

„Viele Typ-2-Diabetiker glauben, dass der Wechsel von Tabletten auf die Insulintherapie bedeutet, dass sich die Krankheit verschlimmert hat und sie nun einen schweren Diabetes haben”, erklärt Riedel. Ein Irrtum: Zwar können viele dieser Patienten meist zunächst mit einer ausgewogenen Ernährung und Tabletten behandelt werden.

Aber die Schwere des Diabetes Typ 2 hänge vor allem von den Folgekrankheiten und der Behandlung und nicht davon ab, ob Insulin gespritzt werde. Diabetes Typ 2 ist eine Erkrankung, die meist nach dem 40. Lebensjahr auftritt, fast immer vererbt wurde und durch die Lebensweise, starkes Übergewicht und zu wenig körperliche Bewegung ausgelöst wird.

Ist dieser Irrtum aufgeklärt, könne den Betroffenen die Angst vor der Spritze schnell genommen werden, sagt Riedel: „Wenn sie einmal selbst Insulin gespritzt haben, sind die meisten überrascht, dass es nicht wehtut und gar nicht so schlimm ist, wie sie vorher angenommen haben.” Denn die Nadeln der Insulinspritze sind viel feiner geschliffen und sehr dünn.

„Anders sieht es bei Typ-1-Diabetikern aus, die schon als Kind erste Erfahrungen mit Ärzten und den damals noch eher dicken Insulinspritzen machen mussten”, sagt Riedel. Diabetes Typ 1 tritt meist im Kindes- oder Jugendalter auf und ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die körpereigene Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse angreift.

Typ-1-Diabetiker brauchen Insulinspritzen zum Leben und manche dieser Patienten seien regelrecht traumatisiert worden. Gegen diese Spritzenangst helfe manchmal eine Verhaltenstherapie. „Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen und diese Therapien helfen sehr gut”, sagt Riedel.
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