Aachen - Diabetes: Wie Sie merken, ob Sie betroffen sind

Diabetes: Wie Sie merken, ob Sie betroffen sind

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Gabi Lätzsch. Foto: Plitzner

Aachen. Die Ausstellung und die Seminare der Tagung „Diabetes-Aktuell Aachen” sind für Zuckerkranke in der Region schon fast zu einem Muss geworden. Zum siebten Mal können sich am Samstag von 9 bis 16 Uhr im Aachener Eurogress Diabetiker allgemeine Information und persönlichen Rat zu ihrer Erkrankung holen.

Die von der Abteilung Diabetologie des Luisenhospitals in Kooperation mit den Diabetes-Schwerpunktpraxen der Region organisierte Veranstaltung bietet ein weites Spektrum vom Umgang mit Diäten, neuen Medikamenten, Einstellungsproblemen bei Kindern bis zum diabetischen Fuß. In einem Gespräch mit unserem Redakteur Ulrich Kölsch nimmt Dr. Gabi Lätzsch, Oberärztin am Luisenhospital und eine der Organisatorinnen, Stellung.

Diabetes hat sich in den letzten Jahren mit über sechs Millionen Betroffenen zu einer Volkskrankheit entwickelt, die oft unentdeckt bleibt. Was sind die ersten Anzeichen für eine Erkrankung?

Lätzsch: Die typischen Anzeichen sind massiver Durst, häufiger Harndrang und vermehrtes Wasserlassen sowie rascher Gewichtsverlust und oftmals vermehrte Infektneigung sowie schlechter heilende Wunden. Teils berichten die Patienten auch über neu aufgetretene Sehstörungen, die nach Behandlung der Erkrankung wieder verschwinden. Es kann aber auch sein, dass sich die Zuckerkrankheit schleichend und unbemerkt entwickelt, so dass erst erhöhte Blut- oder Urinzuckerwerte bei einer Routineuntersuchung zur Diagnose führen.

Einmal Diabetiker - immer Diabetiker? Gilt das so, oder gibt es eine Rückkehr ins „normale Leben” auch ohne Insulin und Diät?

Lätzsch: Wird ein Diabetes festgestellt, dann bleibt man lebenslang Diabetiker. Es ist also nicht richtig zu sagen, ich hatte da mal einen Diabetes. Bei einem Insulinmangeldiabetes benötigt man lebenslang Insulin. Besteht allerdings eine durch Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigte Erkrankungsform, so ist es durchaus oftmals möglich, durch Umstellung der Ernährung, Gewichtsreduktion und vermehrte Bewegung auf Insulin, teils auch auf Tabletten gänzlich zu verzichten. Ein bewusstes Umgehen mit Ernährung, das aber nicht zwangsweise permanente Diät bedeutet, ist sehr wichtig.

Welche neuen Diabetes-Medikamenten sind in den letzten zwölf Monaten auf den Markt gekommen und was ist von ihnen zu halten?

Lätzsch: Hier hat es im Wesentlichen weitere Vertreter von Medikamenten gegeben, die auf den Inkretin-Mechanismus einwirken. Bei den Inkretinen handelt es sich um Darmhormone mit direktem Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel. Durch Hemmung des Abbaus eines Inkretins können diese Medikamente den Blutzucker positiv beeinflussen, ohne dabei zu Unterzuckerungen zu führen. Dies ist vor allem für übergewichtige Patienten ein sehr sinnvolles Behandlungskonzept, sofern die ansonsten üblichen Medikamente in der Behandlung nicht ausreichend gute Blutzuckerwerte erzielen.

Warum sind die Füße besonders gefährdet?

Lätzsch: Menschen mit Diabetes erleiden häufiger durch die Erkrankung bedingt Schäden im Bereich der Beindurchblutung wie auch der Nervenversorgung. Dies bedeutet, dass Wunden im Bereich der Füße oftmals nach vielen Jahren nicht mehr schmerzen, daher dann auch verzögert oder gar nicht wahrgenommen werden und zudem die Wundheilung durch schlechtere Durchblutung erschwert ist. Ein wichtiges Anliegen ist daher, auf vorbeugende Maßnahmen hinzuweisen, eventuell erforderliche Operationen zu erläutern und mögliche frühe Symptome aufzuzeigen.

Berühren die Änderung im Gesundheitswesen auch chronisch Kranke wie Diabetiker?

Lätzsch: Ja. Durch den Gesundheitsfonds wird eine Umverteilung aller Geldströme der gesetzlich Versicherten vorgenommen, so dass die Krankenkasse eine pauschale Zuweisung für jeden Versicherten erhält. Dabei werden vorliegende chronische Erkrankungen besonders berücksichtigt. Vielfach bestehen Sorgen, dass Zusatzprämien seitens der Krankenkassen erhoben werden und die Krankenversicherung teurer wird. Bei unserer Veranstaltung am 27. Juni dürfte der Regionalvorsitzenden der AOK, Jürgen Engels, dazu aus erster Hand Informationen liefern.

Jeder Interessierte ist eingeladen, kostenlos an der Tagung „Diabetes-Aktuell Aachen” teilzunehmen. Am Samstag, 27. Juni, informieren von 9 bis 16 Uhr im Eurogress Aachen, Monheimsallee, eine Ausstellung und zahlreiche Seminare rund um das Thema Diabetes. Themen der Seminare sind zum Beispiel Einstellungsprobleme bei Kindern, Diabetes und Bluthochdruck, moderne Medikamente, Vorbeugung oder Neuerungen durch den Gesundheitsfonds.

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