Diabetes: Vorsicht bei Verletzungen am Fuß

Von: ddp
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Erfurt. Sommerzeit ist Barfußzeit. Doch wenn die Socken in der Schublade bleiben, lauern ganz besondere Gefahren für Diabetiker-Füße.

„Selbst kleinste Verletzungen an den Füßen können bei Menschen mit Diabetes schlimme Folgen haben”, berichtet der Erfurter Diabetologe Rainer Lundershausen, Mitglied im Vorstand der Deutschen Diabetes-Gesellschaft.

Verantwortlich dafür ist das sogenannte diabetische Fußsyndrom, oft auch einfach diabetischer Fuß genannt: Durch eine Kombination von Schäden an den Nerven und den Blutgefäßen lösen winzige Verletzungen nicht selten die Zerstörung von Gewebe sowie schwere Entzündungen aus.

Dahinter stecken zwei Effekte, erläutert Experte Lundershausen: „Die Nervenschädigung durch die zu hohe Zuckerkonzentration im Blut ruft zwar zuerst Empfindungsstörungen wie ein Kribbeln oder Brennen hervor - wir nennen das auch Ameisenlaufen -, in späteren Stadien lässt sie die Füße jedoch praktisch taub werden.”

Dadurch bemerken die Betroffenen kleine Risse in der Haut, Blasen, die Bildung von Hornhaut und Hühneraugen oder auch Fremdkörper im Schuh nicht mehr - die Schutzfunktion durch den typischen Schmerz ist lahmgelegt. Dazu kommt noch die mangelnde Durchblutung aufgrund der Schäden an den Blutgefäßen: Sie verlangsamt die Wundheilung und behindert die Entzündungsreaktion, mit der der Körper normalerweise eindringende Keime bekämpft.

Damit das Barfußlaufen also keine üblen Folgen hat, sollten Diabetiker ihre Füße regelmäßig, am besten täglich, auf Verletzungen, die Bildung von Hornhaut oder andere ungewöhnliche Veränderungen untersuchen. Zudem sollte einmal pro Quartal beim Arzt die Nervenfunktion, beispielsweise mit Hilfe einer Stimmgabel, überprüft werden. Am wichtigsten ist jedoch, den Blutzuckerspiegel optimal einzustellen - nur so kann die eigentliche Ursache der Fußprobleme behoben werden.
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