Diabetes Typ 1 oft gleichzeitig mit Zöliakie

Von: ddp
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Eine gesunde Lebensweise kann das Diabetes-Risiko senken. Foto: ddp

Philadelphia. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Diabetes vom Typ 1 und einer Weizenproteinunverträglichkeit, haben Forscher herausgefunden. Bei beiden Erkrankungen bekämpft das Abwehrsystem des Körpers Stoffe, die eigentlich ungefährlich sind. Bei Typ-1-Diabetes greift das Immunsystem die Zellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie, so dass der Körper kein Insulin mehr produzieren kann.

Bei der Unverträglichkeit sind das Ziel des Abwehrsystems die an sich völlig harmlosen Inhaltsstoffe von Weizen. Die beiden Probleme scheinen bei vielen Betroffenen gekoppelt zu sein: Bei ihnen konnte sich das Immunsystem in der Jugend offenbar nicht richtig einpendeln und löste in der Folge zuerst die allergieartige Unverträglichkeit und anschließend sogar die Autoimmunreaktion mit der Zerstörung des körpereigenen Gewebes aus, so die These der Forscher.

Dies berichten der Mediziner Majid Mojibian von der Universität in Ottawa und seine Kollegen im Fachmagazin „Diabetes” (Vol. 58, S. 1789).

Diabeteskranke werden in zwei Gruppen eingeteilt. Bei Patienten mit Diabetes Typ 1 werden die insulinproduzierenden Zellen meist schon im Jugendalter zerstört. Diabetes Typ 2, oft auch als Altersdiabetes bezeichnet, entsteht, wenn die Zellen, die normalerweise auf Insulin reagieren, dafür unempfindlich werden.

In beiden Fällen stellt der Körper einen Insulinmangel fest. Bei Typ 1 ist tatsächlich kein oder zu wenig Insulin vorhanden, weil ja die insulinproduzierenden Zellen nicht mehr existieren.

Beim Typ 2 ist eigentlich genug Insulin vorhanden, aber die Sensoren melden trotzdem einen Mangel, weil sie es nicht erkennen. Insulin ist wichtig, da ohne dieses Hormon mehrere Verdauungsprozesse, wie die Aufnahme von Glucose ins Blut, nicht richtig funktionieren.

Als Autoimmunerkrankung ist Diabetes Typ 1 verwandt mit Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, bei denen der Körper ebenfalls an sich völlig harmlose Substanzen angreift.

Im Fall der relativ häufigen Weizenproteinunverträglichkeit scheint diese Verwandtschaft sogar besonders eng zu sein: Die Forscher stießen bei 20 von 40 Betroffenen auf einen Zusammenhang zwischen Diabetes vom Typ 1 und einer Überreaktion des Immunsystems auf Weizenproteine.

Bei den von beiden Defekten betroffenen Personen wurde offenbar in jungen Jahren eine unerwünschte Kettenreaktion in Gang gesetzt. Co-Autor Frasier Scott erklärt den Zusammenhang: Einige Menschen neigen aufgrund genetischer Veranlagung zu einer Überreaktion auf Weizenproteine.

Dies kann der Auslöser einer Autoimmunerkrankung sein, indem sie das empfindliche Gleichgewicht des Immunsystems so stören, dass keine normale Entwicklung stattfindet. Eine Folge davon kann die irrtümliche Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen und damit Diabetes vom Typ 1 sein.
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