Der menschliche Körper: Heimat für tausende Keime

Von: Lauran Neergaard, dapd
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Washington. Sie leben auf der Haut, in der Nase, in den Gedärmen: Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen, die zusammen mehrere Kilogramm auf die Waage bringen könnten.

Jetzt haben sich rund 200 Wissenschaftler zusammengeschlossen, um Zusammensetzung und Verteilung der winzigen Lebewesen auf einer Art Landkarte des Menschen festzuhalten.

Diese erste derartige Volkszählung der Mikroben, das Human Microbiome Project der US-Regierung, begann vor fünf Jahren. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse kürzlich unter anderem in einer Reihe von Beiträgen in der Fachzeitschrift „Nature”. Sie sollen bei der Beantwortung der Fragen helfen, welche Mikroben bei gesunden Menschen wo wohnen und was sie dort eigentlich genau tun.

Der Mensch kann demnach seinen Körper ohne Beeinträchtigung mit mehr als 10.000 Mikroben-Arten teilen. Viele dieser Organismen helfen sogar, gesund zu bleiben. Andere hingegen sind eigentlich krankheitserregend - und fast bei jedem Menschen zu finden. Solange der Körper stark und gesund ist, hält er sie jedoch in Schach, so wie bei den 242 Testpersonen des Projekts.

Warum aber werden solche pathogene Keime für manche Menschen gefährlich, für andere nicht? Was ist für die Veränderungen in dem Mikroben-Zoo eines Menschen verantwortlich, die Krankheitserregern die Tür öffnen? Die Fragen gilt es nun zu ergründen.

„Dies ist eine ganz neue Sichtweise auf die menschliche Biologie und Krankheiten des Menschen, und es ist beeindruckend”, sagt Phillip Tarr von der Washington-Universität in St. Louis, einer der Leiter des 173-Millionen-Dollar-Projekts (rund 130 Millionen Euro). „Solche Bakterien sind keine Passagiere”, erklärt er. „Wir müssen mit ihnen rechnen, wie wir mit den Ökosystemen in einem Wald oder einem Gewässer rechnen müssen.”
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