Der Hype um Supplements und Nahrungsergänzungen

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Über eine rein pflanzliche Ernährung lässt sich der Bedarf an Vitamin B12 im Grunde nicht decken. Foto: pixabay.com / dbreen (CC0 1.0)
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Unter anderem Sportler sind hin und wieder gezwungen Magnesium, Vitamin B, sowie Eiweiß künstlich zu ergänzen. Foto: pixabay.com / stevepb (CC0 1.0)

Berlin. Seit Jahren wird kaum ein anderes Thema in der Fitness- und Sportszene heißer diskutiert als Supplements, auf Deutsch: Nahrungsergänzungsmittel.

Auch Nichtsportler sind immer häufiger dazu geneigt, das ein oder andere Pülverchen oder Pillchen einzunehmen und dafür vielleicht auf eine natürliche Nahrungsquelle zu verzichten. Ab wann das Konsumverhalten gefährlich wird und ob sich die Nahrungsergänzung lohnt, soll im Folgenden geklärt werden.

Braucht der moderne Mensch Supplements?

Beobachtet man das Ernährungsverhalten vieler moderner Sportler und vieler Menschen mit geringem Zeitbudget, die beispielsweise aufgrund von Bedürfnissen, die durch den Karrieredrang entstehen, nicht so genau darauf achten können, was auf dem Teller landet, kommt man schnell zu einer Beobachtung: Nahrungsergänzungsmittel gehören zum alltäglichen Leben.

Die Produkte bestehen aus Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung in konzentrierter Form. Das können zum Beispiel Mikronährstoffe, wie Mineralstoffe und Vitamine, sowie Spurenelemente aber auch Ballaststoffe, Kräuterextrakte oder Pflanzen sein.

Jene Nahrungsergänzungsmittel werden in dosierter Menge in Form von Tabletten, Kapseln, Pulverbeuteln und anderen lebensmitteluntypischen Darreichungsformen aufgenommen.

Wer mit ihnen einen Mangel ausgleicht, der sich aufgrund einer Krankheit oder aufgrund individueller Probleme nicht vermeiden lässt, macht damit auch nichts falsch. Supplements sind per se nicht schlecht - im Gegenteil.

Zunächst sind sie dafür hergestellt worden, die Gesundheit von Menschen zu schützen, die bestimmte Mikronährstoffe, wie wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente nicht über die natürliche Nahrung aufnehmen können. Auch Extremsportler, wie zum Beispiel Bodybuilder, die ein übermäßiges Wachstum der Muskeln anstreben, sind mitunter gezwungen, gerade ihren Eiweißbedarf künstlich zu decken.

In der Branche der Sportnahrung boomt der Supplement-Markt deshalb auch. Sie stehen auf den Nutrition Programmen der meisten Sportler ganz weit oben. Von Kreatin und Fatburnen bis hin zu Protein Vollkorn Bratlingpulver ist Kraftsportlern alles geboten, zum Beispiel von ZEC+ Nutrition.

Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arznei!

Problematisch wird es eben nur dann, wenn Menschen, die sich rein theoretisch ausgewogen ernähren und damit ihren Bedarf an wichtigen Nährstoffen und Mikronährstoffendecken könnten, anfangen, Lebensmittel wegzulassen und sie durch künstliche Präparate auszutauschen.

Dass das Ganze schneller und unkomplizierter geht, ist klar, die Mittel sollen allerdings die Nahrung unterstützen und sie nicht ersetzen, denn sonst hießen sie Nahrungsersatzmittel. Und noch viel wichtiger: sie helfen dem Körper, seine Funktionen aufrechtzuerhalten, aber sie heilen ihn nicht.

Das BfR, das Bundesinstitut für Risikobewertung, das die Bundesregierung und die Länder zur Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln berät, gibt ein dementsprechendes Statement ab.

Ausdrücklich heißt es dort, die Nahrungsergänzungsmittel seien kein Ersatz für Arzneimittel: "Sie dürfen nicht dazu bestimmt sein, Krankheiten zu heilen oder zu verhüten. Anders als Arzneimittel, die ein Zulassungsverfahren durchlaufen, unterliegen Nahrungsergänzungsmittel nur einer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)."

Die jeweiligen Hersteller der Nahrungsergänzung seien für deren Sicherheit verantwortlich. Somit sind auch die Lebensmittelüberwachungsbehörden für die Überwachung der Supplements und der Betriebe der Hersteller zuständig.

Auch das BfR betont noch einmal, dass ein normaler, gesunder Körper mit ausgewogener Nutrition eigentlich alle Nährstoffe bekommt, die er braucht. Nur in gezielten Fällen sei eine Nahrungsergänzung sinnvoll. Ganz die Finger lassen sollten auch Kraftsportler dagegen von Doping mit anabolen Steroiden und ähnlichen Mittelchen, die in bestimmten Kreisen immer öfter auch wie Nahrungsergänzungsmittel behandelt werden. Mit natürlicher Sportnahrung hat das Ganze nämlich nichts zu tun.

Supplements für Sonderfälle

Solche Sonderfälle sind teilweise unumgänglich auf die Nahrungsergänzung angewiesen. Bleibt die Einnahme der entsprechenden Mineralien, Vitamine oder Nährstoffe aus, kann das erhebliche gesundheitliche Folgen nach sich ziehen:

Vegetarier und Vegetarierinnen, sowie Veganer und Veganerinnen haben oftmals einen Mangel an Vitamin B12. Die fleischfreie Ernährung (sofern sie auf ausgewogene Weise stattfindet) deckt fast alle Vitamine ab, B12 allerdings bleibt fast zwangsweise auf der Strecke - es findet sich vor allem in Fleisch und Fisch, in geringeren Mengen auch in verschiedenen Käsesorten.

Gerade für Veganer aber wird es schwierig. Zwar enthalten fermentierte Lebensmittel, wie Bier oder Sauerkraut, in geringen Mengen Vitamin B12, diese Mengen reichen aber bei normalem Essverhalten nicht aus.

Auch die lange Zeit angepriesene Alge Spirulina enthält nur ein B12-Analogon. Chlorella dagegen, ebenfalls eine Algenart, enthält immerhin knapp 100 µg auf 100g. Wirklich sicher ist letztlich aber nur die Versorgung mittels eines B12-Supplements.

Bleibt die B12-Zufuhr übrigens zu lange aus, kann zu neurologischen Beschwerden wie Schwindelattacken und heftigen Kopfschmerzanfällen kommen. Außerdem ist B12 wichtig für das Zellwachstum, sowie die natürliche Funktion der Nerven.

In der frühen Schwangerschaft wird vielen Frauen dazu geraten, Folsäure künstlich zu ergänzen. Die Folsäure soll dem Baby dabei helfen, das Neuralrohr, die erste Entwicklungsstufe des Nervensystems, zu entwickeln und zu schließen. In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft sollten Schwangere 600 µg Folat, die natürliche Version der Folsäure, oder eben jene Folsäure in Supplementform zu sich nehmen.

Wichtige Nahrungsergänzungsmittel bei Mangelerscheinungen

Wer voreilig und ohne sein Blutbild zu überprüfen Supplements einnimmt, tut sich damit nicht unbedingt einen Gefallen. Die voreilige Einnahme von Vitaminpräparaten kann gesundheitliche Nebenwirkungen haben. So kann beispielsweise die Einnahme von zu großen Mengen Vitamin E in Form von Kapseln das Risiko erhöhen, an Lungenkrebs zu erkranken.

Außerdem beeinträchtigen diverse Nahrungsergänzungsmittel die Wirkung von Bestrahlung und Chemotherapie bei Krebspatienten.

Abseits der wenigen Sonderfälle können aber, vor allem auch mit zunehmendem Alter, bei jedem Menschen Mangelerscheinungen entstehen. Gerade dann, wenn nicht mehr richtig gegessen wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass es Nahrungsergänzungsmittel gibt: Eiweiß, Zink, Selen, sowie Omega-3-Fettsäuren in Pulver-, Kapsel- oder Tablettenform können Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, auch das Risiko einer Gefäßverkalkung können sie senken.

Eiweiß hilft gegen den Abbau der Muskeln (was wiederum auch die Gelenke schützt) und des Zahnapparates; Selen erhält die Gesundheit der Haare und fördert die Wundheilung.

Letztlich gilt also, nicht grundlos Nahrungsergänzung zu betreiben, sondern nur zu ergänzen, wenn es denn, sportlich oder gesundheitlich bedingt, wirklich nötig ist. Dann allerdings können die Nahrungsergänzungsmittel durchaus lebensverlängernd sein.

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