Depression: Das fehlende Bindeglied zwischen Psoriasis und Psoriasis-Arthritis

Von: vo
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München. Lange Zeit war nicht klar, warum viele Menschen mit Psoriasis (Schuppenflechte) auch Entzündungen der Gelenke und Sehnenansätze entwickeln.

Eine Studie aus Kanada legt nahe, dass Depressionen das fehlende Bindeglied zwischen Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis sind. Menschen mit Psoriasis, die zusätzlich unter einer Depression leiden, haben demnach ein um 37 Prozent erhöhtes Risiko, an Psoriasis-Arthritis zu erkranken.

Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis zählen zu den chronisch-entzündlichen Erkrankungen

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die sich an der Haut manifestiert. Hier zeigen sich typische Hautveränderungen wie Rötungen, schuppig-verdickte Hautstellen und Juckreiz. Wenn die entzündlichen Prozesse nicht auf die Haut beschränkt bleiben, sondern sich auch an Gelenken und Sehnenansätzen zeigen, spricht man von Psoriasis-Arthritis (PsA). Die Frage, die das Forscherteam der Cumming School of Medicine in Calgary beschäftigt hat, lautet: Warum sind bei etwa 40 Prozent der Patienten auch die Gelenke betroffen, während die Erkrankung sonst auf die Haut beschränkt bleibt?[1]

Depressionen erhöhen das Risiko für Psoriasis-Arthritis auf zweierlei Weise

Die kanadischen Wissenschaftler werteten Daten einer britischen Gesundheitsdatenbank aus, in der seit 25 Jahren die medizinischen Informationen von mehr als 70.000 Patienten gesammelt werden. Das Ergebnis: Menschen, die an Schuppenflechte erkrankt sind und zusätzlich eine Depression entwickeln, haben ein um 37 Prozent höheres PsA-Risiko als Schuppenflechte-Patienten ohne Depression.[2] Die Ursachen scheinen in einer erhöhten Entzündungsaktivität aufgrund der Depression sowie einer ungünstigen Beeinflussung von körperlicher Aktivität und Ernährung durch die Depression zu liegen. Selbst bei sehr konservativer Auswertung der Daten und unter Berücksichtigung von Co-Faktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Geschlecht und Alter war der Einfluss der Depression eindeutig, so die Wissenschaftler.

Konsequenzen für Ärzte und Patienten

Menschen mit Psoriasis, die auch unter einer Depression leiden, sollten den behandelnden Arzt darauf hinweisen. Ärzte wiederum sollten Schuppenflechte-Patienten gezielt nach Depressionen fragen und gegebenenfalls die Behandlungsstrategie anpassen. Wirkstoffe aus der Gruppe der Biologika wie Secukinumab, die in die Immunregulation eingreifen und dort gezielt Entzündungsbotenstoffe blockieren, können die Behandlungserfolge verbessern und die Krankheitsaktivität dauerhaft verringern. Aber auch die psychologische Betreuung von Menschen mit Schuppenflechte ist wichtig, damit sie lernen, besser mit den belastenden Hautveränderungen umzugehen.

Quellen:

[1] AAD resource page. American Academy of Dermatology website. Psoriasis. Abrufbar unter: https://www.aad.org/media/stats/conditions/psoriasis. Abgerufen am 3.3 2017.

[2] Lewinson RT, Vallerand IA, Lowerison MW, et al. Depression is associated with an increased risk of psoriatic arthritis among patients with psoriasis: A population-based study. J Invest Dermatol. February 22, 2017. [Epub ahead of print]. Abrufbar unter: http://www.jidonline.org/article/S0022-202X(16)32793-2/abstract. Abgerufen am 3.3.2017.

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