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Den Scheich besuchen oder ins Land der Winddrachen reisen: Mit Fantasiereisen neue Wege zu sich selbst entdecken

Von: dapd
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Hamm. Man liegt still auf dem Sofa und trotzdem streicht frischer Wind durchs Haar oder es lockt der würzige Duft einer grünen Wiese. Mit Fantasiereisen versinkt man in bezaubernden Vorstellungen, ohne sich vom Fleck zu bewegen.

„Dieses Ausleben der eigenen Fantasie und Kreativität kann für jeden Menschen im Umgang mit alltäglichen Problemen und Konflikten sehr wertvoll sein”, sagt der Diplom-Pädagoge und Kinder- und Jugendtherapeut Helmar Dießner aus Hamm. In seiner Praxis wendet er Fantasiereisen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen als therapeutisches Mittel an: „Ich eröffne meinen Patienten mit den Reisen ins eigene Ich neue Wege zu sich selbst.”

Man könne alleine verreisen, zum Beispiel mittels einer Hör-CD. Toll sei aber auch, wenn jemand vorliest oder frei spricht, zum Beispiel wenn Eltern ihre Kinder auf die Reise schicken.

Vom Leistungsdruck befreien

Stress und Überforderung sind weit verbreitet. Viele Menschen hetzen von morgens bis abends durch Beruf und Alltag und haben Probleme, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Doch wer immer nur Gas gibt und nie auf die Bremse tritt, kann krank werden. „Mein Praxisalltag zeigt, dass bereits Vorschulkinder ein verplantes und gestresstes Leben führen”, sagt Dießner. „Viele Menschen leiden heute unter Zivilisationskrankheiten, die durch Stress und dauerhafte Anspannung hervorgerufen werden und oftmals einen chronischen Verlauf nehmen.” Mit regelmäßigen Fantasiereisen kann das Bewusstsein erweitert und vom engen Korsett des Leistungsdruck befreit werden, sagt der Experte: „Durch die inneren Bilder entsteht spürbar neue Lebenskraft: Anspannung wird nachhaltig abgebaut.”

In Bildern abtauchen

Hinlegen, Augen schließen, den Worten lauschen: Bei einer Fantasiereise versinkt man in innere Welten, erklärt Dießner. Während der eine bei der Beschreibung von Meer und Wellen vielleicht den Sand unter den Füßen spürt, denkt ein anderer dabei an salzige Luft, frischen Wind oder warme Sonne auf nackten Schultern. Die Bandbreite der fantasievollen Geschichten ist unendlich, von der Blumenwiese bis zur Mondreise ist alles denkbar und möglich. In Dießners Praxis reisen Patienten mal an ganz märchenhafte Orte, zum Beispiel ins „Land der Winddrachen” oder auch zu real existierenden Gegebenheiten, zum Beispiel zu den Surfweltmeisterschaften nach Sylt. Im Angebot stehen auch Phantasiereisen in den Zoo, Tauchfahrten mit dem U-Boot oder heiße Wüstentrips zum Scheich.

„Eine Fantasiereise kann in den Tages- oder Abendstunden fest eingeplant werden, damit sie zur sicheren täglichen Ruheinsel wird”, sagt Dießner. Er empfiehlt, sich mindestens 30 Minuten Zeit dafür zu reservieren, um wirklich zur Ruhe kommen zu können: „Fantasiereisen möchten langsam erlebt werden.”

Schmerzen lassen nach

Auch wenn es anfangs noch etwas ungewohnt ist, sich auf die Welt der Fantasie einzulassen - der Experte ermutigt: „Nach einer gewissen Zeit spürt man die befreiende Wirkung auf den gesamten Organismus.” Die Atmung und der Herzschlag werden ruhiger und gleichmäßiger, die glatte Gefäßmuskulatur entspannt sich, Kopf- und Nackenschmerzen sowie Magen- und Darmbeschwerden werden gelindert. Dießner ist überzeugt:„ Durch Ruhe und Stille werden die Selbstheilungskräfte des Menschen aktiviert, er kommt wieder in Einklang mit sich selbst.

Literaturtipps: Zahlreiche Fantasiereisen zum Vorlesen bieten folgende Bücher:

Helmar Dießner: ”Reisen ins Abenteuerland„, Junfermann Verlag, 2008, 12,90 Euro ISBN-13 978-3-87387-536-4
Sabine Seyffert: ”Heute Regen, morgen Sonne. Entspannungsgeschichten für Kinder„, Arena 2010, 6,95 Euro, ISBN-13 978-3401501901
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