Demenz kommt bei bestimmten Aids-Formen häufiger vor

Von: ddp
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Baltimore. Patienten mit einem bestimmten Subtyp des HI-Virus entwickeln häufiger eine Demenz als andere HIV-Patienten.

Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler nach einer Untersuchung an HIV-Patienten in Uganda. Damit könnten Gedächtnisverluste, die mit HIV-Typ D einhergehen, zu den häufigsten Demenzformen weltweit gehören, schreiben die Forscher um Ned Sacktor von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (USA) in der Fachzeitschrift „Clinical Infectious Diseases” (Ausgabe 1. September, doi: 10.1086/605284). Allerdings seien weitere Studien notwendig, um das Ergebnis eindeutig zu bestätigen.

Das HI-Virus tritt in verschiedenen Formen auf, die mit den Buchstaben A bis K bezeichnet werden und sich jeweils durch kleine Abschnitte in ihrem Erbgut unterscheiden. Bestimmte Subtypen kommen in einigen Gegenden der Welt gehäuft vor. So herrschen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara die Subtypen A, C und D vor, in den USA ist dagegen Typ B am häufigsten. Verschiedene Subtypen werden außerdem mit einem schnelleren oder langsameren Ausbruch der Krankheit Aids in Verbindung gebracht.

Die Neurologen um John Sacktor verglichen nun erstmals, wie das Risiko für eine Demenz mit verschiedenen HIV-Subtypen zusammenhängt. Dazu führten sie mit 60 Aids-Kranken in einer Klinik in Uganda verschiedene neurologische und psychologische Tests durch, mit denen sie das Gedächtnis und die geistige Leistungsfähigkeit der Patienten überprüften. Diese befanden sich in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium und nahmen an einer Studie teil, in der die Wirkung von Aids-Medikamenten untersucht wurde. Zum Testzeitpunkt hatten sie jedoch noch nicht mit der Einnahme der Medikamente begonnen.

Die meisten der 60 untersuchten Patienten trugen den HIV-Subtyp A oder D in sich. Dabei war bei 89 Prozent der Patienten mit Subtyp D eine Demenz zu beobachten, während dies bei Subtyp A nur bei 24 Prozent der Fall war. „Dieser dramatische Unterschied war für uns sehr überraschend”, sagt Sacktor. „Wenn Ähnliches in ganz Schwarzafrika gelten würde, könnte durch HIV verursachte Demenz eine der häufigsten Demenzformen weltweit sein.” Allerdings seien die Ergebnisse noch als vorläufig anzusehen und müssten in weiteren Studien überprüft werden.

In Zukunft wollen Sacktor und sein Team auch den Ursachen der höheren Demenzhäufigkeit auf den Grund gehen. Die Forscher vermuten, dass der HIV-Subtyp D im Vergleich zu anderen Subtypen stärker zu Entzündungen und Schädigungen im Gehirn führen könnte.
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