CDU-Experte Spahn: Ärzte sollen Aufgaben abtreten

Von: dpa
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Berlin. Angesichts des erwarteten Ärztemangels macht die CDU Druck auf die Mediziner, mehr Diagnose- und Behandlungsschritte an Schwestern und Angestellte abzutreten.

„Ich erwarte von der Ärzteschaft, dass sie die Delegation ärztlicher Leistungen nun offensiv vorantreibt”, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Mit ihrem Ärzte-Gesetz will die Koalition der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Spitzenverband der Krankenkassen den Auftrag geben, eine Liste delegierbarer Leistungen zu erarbeiten. Ärzte in Regionen mit Medizinermangel sollen so entlastet werden. So könnten auch speziell ausgebildete Schwestern etwa bei Hausbesuchen Verbände wechseln oder Blutdruck messen.

Spahn wies Befürchtungen von KBV-Chef Andreas Köhler zurück, dass mit der „spezialärztlichen Versorgung” ein Kernstück des Gesetzes im letzten Moment entfallen könnte. Für die Behandlung von Krebs- und anderen Schwerkranken sollen künftig bessere Bedingungen herrschen - Köhler warnte aber vor einem Kippen dieser „spezialärztlichen Versorgung”. Denn die Länder fürchten Mehrkosten und leisten Widerstand.

„Über die konkrete Ausgestaltung werden wir im parlamentarischen Verfahren noch reden”, sagte Spahn. „Aber dass wir hier zu strukturellen Verbesserungen kommen werden, ist klar.” Entscheidend sei, „dass diejenigen Ärzte und Kliniken dabei sein werden, die hohe Qualitätskriterien erfüllen”.

Insgesamt verspricht Spahn durch das Gesetz Verbesserungen im Alltag der Patienten. „Das ist keine Spargesetz, sondern es geht um Qualität und Strukturen.”

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