Brustkrebsgen entdeckt: Spart es Chemotherapie?

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Brustkrebsfrüherkennung
Mehr als jede zweite Frau zwischen 50 und 69 Jahren nutzt in NRW das Angebot zur Früherkennung von Brustkrebs. Foto: dpa

Aachen. Ein nun entdecktes krebsrelevantes Gen kann möglicherweise vielen Frauen die Chemotherapie ersparen. Das Tumorsupressor-Gen ist nach Erkenntnissen Aachener Wissenschaftler wichtig für die Vorhersage der Heilungschancen von Patientinnen mit Brusttumoren ohne Befall der Lymphknoten in den Achselhöhlen.

Vielen Patientinnen dieser Gruppe könne nach jetziger Einschätzung die Übertherapierung durch eine genetische Analyse erspart werden, sagte der Aachener Wissenschaftler Professor Edgar Dahl am Montag.

„Im genetischen Profil des Tumors steckt genügend Information über dessen Aggressivität und damit über das Rückfall-Risiko der individuellen Patientin”, stellte Dahl fest. Das neue Tumorsupressor-Gen mit dem Namen ITIH5 habe die Aufgabe, das Tumorwachstum zu unterdrücken. Im Verlauf der Tumorerkrankung könne die Funktion nach und nach ausgeschaltet werden. Patientinnen mit dem funktionstüchtigen Gen hätten ein geringes Rückfall-Risiko und eine „sehr gute” Prognose. „Wir können die Veränderungen messen”, sagte der Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie an der RWTH Aachen.

Die Entdeckung des Brustkrebsmarkers könne langfristig helfen, das Problem der Übertherapierung zu lösen. Bei Früherkennungsprogrammen sind bei der deutlichen Mehrheit der Brustkrebspatientinnen die Lymphknoten der Achselhöhlen nicht befallen. Metastasen in anderen Organen könnten nahezu ausgeschlossen werden. Trotzdem bekämen rund 80 Prozent der Patientinnen mit diesem „nodal-negativen Brusttumor” eine Chemotherapie, „obwohl dies nur bei 30 Prozent der Patientinnen dieser Gruppe notwendig wäre”, stellte Dahl fest.

Die Annahmen müssten aber in großangelegten Studien bewiesen werden. Bis zur Anwendung könne es bis zu fünf Jahre und mehr dauern.
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