Blutdruckmessen zu Hause - Wie sich Fehler vermeiden lassen

Von: ddp
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Bad Oeynhause. . Das Blutdruckmessen gehört zu den häufigsten Untersuchungen in Arztpraxen und Krankenhäusern.

Den Innendruck der Blutgefäße können allerdings auch medizinische Laien ohne größere Probleme erheben. Der Fachhandel bietet heute eine Vielzahl elektronischer Messgeräte an, mit denen sich der Blutdruck bestimmen lässt. Aber auch bei diesen vollautomatischen Methoden sollten einige Grundregeln beachtet werden, um fehlerhafte Messungen zu vermeiden, wie der Bad Oeynhausener Internist Siegfried Eckert, Sprecher der „Deutschen Hochdruckliga”, erläutert.

Vor allem für Patienten mit zu hohem Blutdruck kann das regelmäßige Messen zu Hause sinnvoll sein. Denn auch in Praxen oder Krankenhäusern könnten schnell ungenaue Werte zustande kommen, die unter anderem als „Weißkittel-Effekt” bekannt seien, erklärt Eckert: Weil die Patienten in dieser Situation oft aufgeregt seien, werde nicht selten ein leicht erhöhter Wert festgestellt. Von Bluthochdruck spricht man nach Angaben des Mediziners jedoch erst dann, wenn die selbst gemessenen Werte im Ruhezustand bei 30 Messungen innerhalb von zwei Wochen mindestens sieben Mal über 135/85 mmHg liegen. Für die ärztliche Messung gelte der Richtwert 140/90 mmHg, der an zwei unterschiedlichen Tagen mindestens dreimal überschritten sein müsse.

Patienten, die ihren Blutdruck selbst messen, sollten laut Eckert vor allem Geduld mitbringen. Zwar dauert der Messvorgang bei elektronischen Geräten meist nur 15 bis 30 Sekunden, insgesamt sollte man sich allerdings mindestens drei bis fünf Minuten Zeit nehmen, wie der Mediziner betont. Erst dann habe sich der Blutdruck im Ruhezustand eingependelt. „Während dieser Zeit sollte man entspannt sitzen, nicht reden und sich nicht bewegen”, sagt Eckert. Wer vorher Kaffee trinkt oder raucht, misst meistens zu hohe Werte.

Obwohl die Mehrzahl der elektronischen Geräte den Blutdruck heute am Handgelenk misst, sollte der entsprechende Arm während des Messvorgangs auf Höhe des Herzens gehalten werden. Eine Messung auf Hüfthöhe könne zum Beispiel dazu führen, dass die Werte um zehn bis zwanzig mmHg zu hoch lägen, betont Eckert: „Das ist einer der häufigsten Fehler.” Stattdessen sei zu empfehlen, das Handgelenk mit dem Gerät auf die Brust zu legen und den Arm mit der anderen Hand locker festzuhalten.

Nach Eckerts Angaben sind elektronische Blutdruck-Messgeräte im Fachhandel zu Preisen zwischen 40 und 80 Euro erhältlich. In bestimmten Fällen könne der behandelnde Arzt ein Rezept ausstellen, dann übernehme die Krankenkasse die Kosten. Beim Kauf seien insbesondere Geräte zu empfehlen, die das Prüfsiegel der „Deutschen Hochdruckliga” trügen, sagt Eckert. Diese seien nicht nur geeicht, sondern auch in der Praxis getestet. Weitere Informationen sind im Internet unter der Adresse http://www.hochdruckliga.de erhältlich.
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