Bittermelone bremst das Wachstum von Brustkrebszellen

Von: ddp
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Philadelphia. Der Extrakt der Bittermelone gilt in Indien, China und Zentralamerika als ein probates Naturheilmittel gegen Diabetes. Nun gehen US-Wissenschaftler davon aus, dass mit dem Kürbisgewächs Momordica charantia auch ein Kraut gegen eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen gewachsen ist.

Im Laborversuch hemmt der Bittermelonenauszug das Wachtum und die Teilung von Brustkrebszellen. Damit dürfte das Gemüse am Anfang einer Karriere als präventiver Wirkstoff stehen.

Allerdings feiern die Wissenschaftler den erfreulichen Effekt noch nicht als Durchbruch: Noch ist er nicht durch Versuche am Mausmodell und klinische Untersuchungen untermauert. Ihre Studie stellen die Wissenschaftler um Ratna Ray von der Saint Louis University im Fachmagazin „Cancer Reseach” vor (Band 70, Ausgabe 4).

Die Gemüsefrüchte der Bittermelone gelten in Asien und Amerika als ein beliebtes Lebens- und Heilmittel, das zur Blutzuckersenkung eingesetzt wird.

Klinische Studien haben bereits belegt, dass die Essenz bei bestimmten Herpes- und Pilzerkrankungen sowie Wurmbefall Linderung verschafft.

In Deutschland wird Momordica charantia als Nahrungsergänzungsmittel und diätetisches Lebensmittel für Diabetiker gehandelt. Der Gemüseextrakt enthält mehrere so genannte Oxidationshemmer, die eine Reaktion empfindlicher Moleküle beispielsweise mit Luftsauerstoff verhindern. Dazu gehören Pflanzenfarbstoffe wie Carotinoide oder Flavonoide sowie Vitamin C.

Seit 2005 ist auch bekannt, dass die Linolensäuren in dem Samen der Bittermelone bei bestimmten Krebszellen zum Zelltod führen. In einer Studie haben nun die US-Wissenschaftler die Wirkung des Bittermelonenextrakts speziell auf Brustkrebszellen analysiert. Die Reagenzglas-Experimente lieferten einen klaren Befund: Die Zellneubildung reduzierte sich massiv. „Unsere Untersuchungen legen nahe, dass Bittermelone die Signalübertragungspfade beeinflusst, über die dann der Tod von Brustkrebszellen ausgelöst wird”, erklärt Ray. „Der Extrakt könnte also künftig als Nahrungsmittelzusatz für die Brustkrebsvorbeugung verwendet werden.”

Allerdings warnen die Wissenschaftler vor überzogenen Hoffnungen: Ihre Studie sei zwar einfach aufgebaut und habe zu einem eindeutigen Ergebnis geführt, doch sie sei nur ein erster Schritt. Zunächst wollen sie nun den biomolekularen Angriffspunkt des Wirkstoffs bei den Brustkrebszellen identifizieren. Dann werden die Ergebnisse an Tiermodellen überprüft, bevor schließlich vorklinische Testreihen angesetzt werden können, um die Wirksamkeit eines entsprechenden Nahrungsmittelzusatzes am Menschen zu testen.
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