Bewegungsunfähig nach der OP: Planung hilft Rheumatikern

Von: dapd
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Lange Aufenthalte in Krankenhäusern sind heute nach Operationen eher die Ausnahme. Aus Kostengründen werden die meisten Patienten möglichst schnell wieder nach Hause entlassen. Foto: dapd

Bonn. Lange Aufenthalte in Krankenhäusern sind heute nach Operationen eher die Ausnahme. Aus Kostengründen werden die meisten Patienten möglichst schnell wieder nach Hause entlassen.

„Doch viele sind noch viel zu geschwächt oder in ihrer der Beweglichkeit zu eingeschränkt, um zu Hause den Alltag bewältigen zu können. Auch für die Reha sind sie oft nicht gesund genug. Diese Versorgungslücke ist für viele Patienten eine Katastrophe”, sagt Christel Kalesse, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Rheuma-Liga in Bonn.

„Alleinstehende oder altersgeschwächte Rheumakranke treffe die zügige Entlassung aus dem Krankenhaus besonders schlimm. Frisch operiert und mit starken Schmerzen seien selbst einfachste Tätigkeiten unmöglich, sagt Kalesse: ”Ich rate deshalb dringend dazu, sich schon vor der Operation um die Versorgung danach zu kümmern.

Wer im Vorfeld weiß, dass die Versorgung zu Hause nach der Operation schwierig wird, sollte mit Arzt und Krankenkasse Hilfsmöglichkeiten besprechen. ”Manche Krankenkassen bezahlen zum Beispiel auf Antrag eine Haushaltshilfe.„ Für ältere Rheumapatienten gibt es noch die Möglichkeit einer Geronto-Reha.

Der Weg in die Kurzzeit-Pflege kann allerdings nur eine Notlösung sein. ”Ansprechpartner für solche Fragen ist auch der Sozialdienst in den Krankenhäusern„, sagt die Expertin. Über diese Fachleute finden ältere Patienten Hilfe bei der individuellen Planung für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt.

Patienten, die nach einer Knie- oder Hüft-OP zwar wieder nach Hause müssen, sich aber trotzdem Hilfe wünschen, sollten nicht scheuen, Freunde oder Familie um diese zu bitten: ”Vielleicht können Angehörige Zeit einplanen, um Sie regelmäßig zu unterstützen oder bei bestimmten Tätigkeiten zur Seite zu stehen.„

Termine für die Krankengymnastik sollten zu diesem Zeitpunkt möglichst schon fest gebucht sein: ”Sobald Sie wissen, dass eine Operation ansteht, können Sie mit dem Arzt die nötige ambulante Therapie besprechen.„ So können bereits vor der Operation Rezepte ausgestellt und feste Termine mit der Physiotherapie abgesprochen werden.

Waschen, Kochen, sich bewegen: Was vor der Operation noch selbstverständlich war, fällt danach extrem schwer. ”Es gibt aber viele tolle Hilfsmittel, die das Leben erleichtern„, sagt Christel Kalesse.

Einen Rollator oder ein höhenverstellbares Pflegebett zum Beispiel sollte man im Voraus organisieren, rät Kalesse. ”Nach einer Hüft- oder Knie-Operation profitieren viele Patienten von einer langen Greifzange, damit sie sich nicht bücken müssen.„ Ideal sei auch vorgekochtes, in Portionsgröße eingefrorenes Essen, das einfach zubereitet werden kann.
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