Besseres Wohlbefinden: Eine Trinkkur kann dem ganzen Körper guttun

Von: Rosemarie Benke-Bursian, dapd
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Die ersten Aufzeichnungen zu Trinkkuren oder Brunnenkuren gehen auf das 16. Jahrhundert zurück, als beispielsweise im Kurort Bad Kissingen der erste nachweisbare Kurgast verzeichnet wurde. Foto: dapd

Krailling/Bad Kissingen. „Trinken ist Leben”, sagt Heilpraktikerin Edeltraud Uhrmann aus Krailling bei München. Diese Aussage klinge zwar wie eine Binsenweisheit, könne aber gar nicht oft genug betont werden, ergänzt die Expertin für Trinkkuren. Denn viele Beschwerden und Erkrankungen entstünden dadurch, dass zu wenig oder das Falsche getrunken werde.

Außerdem könnten Inhaltsstoffe bestimmter Mineralwässer heilsame Wirkungen entfalten. „Nicht von ungefähr gehören Trinkkuren zu den ältesten Gesundheitsbehandlungen der Menschheit”, sagt die Heilpraktikerin.

Die ersten Aufzeichnungen zu Trinkkuren oder Brunnenkuren gehen auf das 16. Jahrhundert zurück, als beispielsweise im Kurort Bad Kissingen der erste nachweisbare Kurgast verzeichnet wurde. Bis ins 20. Jahrhundert hinein waren Trinkkuren ein beliebtes therapeutisches Mittel. Danach wurden sie durch Medikamente verdrängt, doch seit einiger Zeit gewinnt diese Behandlungsmethode wieder an Bedeutung.

Mittlerweile ist auch medizinisch belegt, dass Wasser und die in ihm gelösten Bestandteile - die Mineralstoffe und Spurenelemente - eine positive Wirkung sowohl in der Prävention als auch in der Rehabilitation von Krankheiten haben können. Eine wichtige Wirkung sei beispielsweise die Regulation des Säure-Base-Haushaltes sowie der günstige Einfluss auf das Aufnahmeverhalten im Darmtrakt und die Zusammensetzung des Harns, erläutert Uhrmann.

Heilwässer werden aus verschiedenen Thermalquellen in unterschiedlicher Zusammensetzung gewonnen. „Entsprechend ist ihre Wirkung immer ein wenig anders”, erklärt die Expertin. Heilwässer mit viel Schwefel eigneten sich beispielsweise besonders bei Verstopfung und verbesserten die Darmflora. Eine Anreicherung mit Kalzium und Magnesium könne Entzündungen von Magen-Darm-Schleimhäuten günstig beeinflussen. Die alkalischen Natriumhydrogenkarbonatwässer seien günstig bei Übersäuerung und könnten einer Nierensteinbildung vorbeugen.

Trinkkur individuell auf Gesundheitszustand abstimmen

Bei Trinkkuren wird über einen bestimmten Zeitraum eine festgesetzte Trinkmenge streng nach Trinkplan getrunken. Eine typische Dauer sind vier bis sechs Wochen. Bestimmte Heilwässer sind allerdings nicht für jeden, beziehungsweise jeden Gesundheitszustand geeignet. „Das Konzept sollte mit einem Experten abgesprochen werden, damit das richtige Wasser und Menge gewählt wird”, sagt Uhrmann.

Das bestätigt auch Kurdirektor Gunter Sauer vom Staatsbad Bad Kissingen. In dem traditionsreichen Kurort stehen gleich vier unterschiedliche Quellen für Trinkkuren zur Verfügung, die unterschiedliche Wirkstoffe enthalten. „Man sollte das Wasser nicht hastig runterstürzen, sondern in 20 bis 30 Minuten schluckweise trinken”, sagt Sauer. Eine Kombination mit leichter Bewegung sei dabei besonders sinnvoll: Die öffentlich zugänglichen Brunnen in Bad Kissingen sind in die Wandelhalle integriert, in ihr kann der Gast entspannt trinken. „Außerdem stehen hier Brunnendamen den Kurgästen mit Rat zur Seite und informieren, welches Wasser geeignet ist und wie es getrunken werden sollte”, sagt Sauer.

Trinken bevor der Durst kommt

Heilpraktikerin Uhrmann betont die generelle Bedeutung des Trinkens: „Um fit und gesund zu bleiben, sollte ein Erwachsener mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag trinken”, sagt die Expertin. Dabei liege die Betonung auf „mindestens” und „Wasser”. Das halte den Stoffwechsel in Schwung und straffe die Haut. Alternativ zum Wasser eignen sich noch ungesüßter Früchtetee oder Saftschorle. Süße Säfte, Kaffee, Milchmixgetränke und Alkohol sollten dagegen nur sparsam getrunken werden.

„Gerade ältere Menschen neigen oft dazu, zu wenig zu trinken, denn bei ihnen lässt das Durstgefühl nach”, berichtet Uhrmann und hat ein paar Tipps parat, wie man sich das Trinken antrainieren kann: Wer beispielsweise jede Stunde einen Achtelliter Wasser trinkt, kommt automatisch auf die richtige Tagesmenge. Oder man stellt sich ein Glas und eine Flasche Wasser in Sichtweite und trinkt ein paar Schlucke, wann immer der Blick drauf fällt. Generell gelte: „Trinken muss man bevor der Durst kommt.”
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