Beschneidung senkt Herpesrisiko bei Männern

Von: dpa
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Boston. Eine Beschneidung senkt bei Männern das Risiko, sich beim Sex mit Herpes und bestimmten Warzenviren anzustecken. Das zeigt eine Studie im „New England Journal of Medicine” (Bd. 360, S. 1298).

Forscher um Thomas Quinn von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (US-Staat Maryland) hatten dazu 3393 unbeschnittene Freiwillige nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt: Bei 1684 Männern wurde die Vorhaut des Penis sofort beschnitten, bei den übrigen 1709 erst nach dem Ende der Studie zwei Jahre später.

Nach 24 Monaten hatten sich 7,8 Prozent der beschnittenen, aber 10,3 Prozent der unbeschnittenen Männer mit dem Herpes-simplex-Virus vom Typ 2 (HSV-2) angesteckt.

Zudem kamen besonders aggressive Warzenviren (HPV) nur bei 18 Prozent der beschnittenen, aber bei 27,9 Prozent der unbeschnittenen Männer vor.

Gegen eine Infektion mit der von Bakterien ausgelösten Syphilis half die Beschneidung allerdings nicht.

In früheren Studien war bereits beobachtet worden, dass beschnittene Männer sich nicht so leicht mit dem Aidsvirus (HIV) anstecken. Der Grund dafür ist nicht endgültig geklärt.

Es wird vermutet, dass die Zellen an der Oberfläche der Eichel ohne Vorhaut verdicken und so einen besseren Schutz gegen das Eindringen von Viren bieten.

Eine andere Erklärung: Der Penis trocknet nach dem Geschlechtsverkehr ohne Vorhaut schneller - Viren sterben schneller ab.

Vielleicht spielt auch die Reduzierung der Hautoberfläche eine Rolle, denn in ihr finden sich zahlreiche Immunzellen, die Viren aufnehmen und sie zu den Lymphknoten bringen.

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