Beim Reizdarmsyndrom kann Pfefferminzöl helfen

Von: ddp
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Schwetzingen. Bei Menschen mit Reizdarmsyndrom sind die Verdauungsorgane übermäßig schmerzempfindlich. „Das kann sich durch diffuse Oberbauchbeschwerden äußern, Druckgefühl, Blähungen Völlegefühl oder Stuhlunregelmäßigkeiten”, erklärt Birgit Kallinowski, Professorin und niedergelassene Gastroenterologin aus Schwetzingen.

Eine medikamentöse Therapie sei in der Regel erfolglos. Dagegen habe sich ein Mittel aus der Natur bewährt: „Bei etwa der Hälfte der Patienten lindert erfahrungsgemäß hochdosiertes Pfefferminzöl die Beschwerden.”

Entsprechende Präparate gebe es rezeptfrei in Apotheken zu kaufen. „Wenn auch diese keinen Erfolg zeigen, dann rate ich zu krampflösenden Mitteln, Flohsamen oder Wärme für den Bauch”, ergänzt Kallinowski. Letztendlich beruhen all diese Empfehlungen auf Erfahrungswerten: Ergebnisse aus Patientenstudien hierzu gebe es keine.

Die genauen Ursachen der Darmbeschwerden seien noch ungeklärt. Die Expertin weist aber darauf hin, dass das Reizdarmsyndrom nichts mit der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel zu tun habe. Eine bestimmte Diät könne die Symptome also nicht lindern. Ärzte gehen davon aus, dass das Problem psychisch bedingt sein kann: „Haben wir nach dem Gespräch mit dem Patienten den Eindruck, dass Stress oder Ärger als Auslöser oder Verstärker der Reizdarm-Symptome in Frage kommen, dann empfehlen wir zusätzlich Entspannungsübungen, beispielsweise autogenes Training. Eine Verhaltenstherapie kann ebenfalls hilfreich sein.”

„Etwa 30 Prozent aller Deutschen leiden unter dem Reizdarmsyndrom”, sagt Birgit Kallinowski - entweder ständig oder in immer wiederkehrenden Schüben. „In anderen Fällen tritt es aber auch nur Wochen und Monaten nach einer Infektion auf.” Das Syndrom sei zwar unangenehm, aber harmlos, beruhigt sie: „Beim Reizdarm liegt kein Krankheitswert vor, also keine Entzündung, wie etwa bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Die oft damit verbundene Krebsangst vieler Patienten ist unbegründet, denn ein Reizdarmsyndrom ist nicht mit einem Tumorleiden assoziiert.”
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