Beifuß-Ambrosie: Hochallergene Pflanze breitet sich in Europa aus

Von: dapd
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München. Die nordamerikanische Beißfuß-Ambrosie breitet sich in Europa aus, ist hochallergen und könnte in Deutschland zusätzliche Kosten von bis zu einer Milliarde Euro pro Jahr verursachen.

„Es ist wichtig, die Kosten der Ambrosia-Allergien abzuschätzen, weil sie in Relation gesehen werden müssen zu den Kosten, die eine Eindämmung der Pflanze verursacht”, sagt Umweltökonomin Wanda Born von der Ludwig-Maximilians-Unversität (LMU) in München.

Bereits heute leide jeder fünfte Deutsche unter Heuschnupfen. Derzeit sei noch unklar, bei wie vielen Patienten dies durch Ambrosia-Pollen hervorgerufen werde, hieß es. In der Vergangenheit trat die Krankheit vor allem zwischen März und Juli auf, wenn die meisten Bäume und Gräser blühen. Mittlerweile leiden viele Betroffene aber unter einer deutlich längeren Allergiesaison. Dazu leistet die Beifuß-Ambrosie offenbar einen entscheidenden Beitrag. Sie blüht von August bis Oktober.

Am Allergie-Zentrum der LMU wurden Patienten befragt, die nachweislich gegen Ambrosia sensibilisiert sind. Dabei zeigte sich, dass die Mehrzahl der Erkrankten im Schnitt fünfmal pro Jahr einen Arzt aufsucht. Ein Drittel der Befragten werde jährlich fünf Tage stationär behandelt, ein Fünftel sei sogar zwei Wochen arbeitsunfähig. Durchschnittlich gäben die Betroffenen mehr als 200 Euro pro Jahr etwa für Pollenfilter aus eigener Tasche aus.

Die Behandlungskosten bei Pollenallergikern könnten laut der Studie um weitere 10 bis 25 Prozent steigen. Das würde jährliche Mehrkosten von etwa 1.300 bis 2.100 Euro pro Patient bedeuten. Damit zeigten die Forschungsergebnisse, welche Dimension das Problem noch annehmen könne - nicht zuletzt, weil die Ambrosie so spät blühe und vom Klimawandel in ihrer Ausbreitung begünstigt werde, heißt es.
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