Bei Selbstüberwachung sinkt der Bluthochdruck schneller

Von: ddp
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London. Menschen können ihren zu hohen Blutdruck leichter senken, indem sie ihre Blutwerte selbst überwachen und auch die Dosis blutdrucksenkender Medikamente selbst anpassen.

Das hat ein britisches Forscherteam in einer großen Studie festgestellt, in der die Blutdruckwerte von über 500 Probanden ein Jahr lang untersucht wurden.

Eine Gruppe kontrollierte ihre Werte selbst und schickte sie per Internet an ärztliche Betreuer. Die Kontrollgruppe ging zur Behandlung in die Arztpraxis. Als Folge des Selbstmanagements senkte sich der Blutdruck um bis zu 30 Prozent mehr im Vergleich zu den Praxisbesuchern. Auch das Herzerkrankungs- und Schlaganfallrisiko verminderte sich um bis zu 20 Prozent.

Ihre Studie stellen die Wissenschaftler um Richard McManus von der University of Birmingham im Fachmagazin „Lancet” vor (Online-Veröffentlichung, doiI:10.1016/S0140-6736(10)60964-6).

In Deutschland leidet jeder vierte Einwohner unter zu hohem Blutdruck. Das auch als Hypertonie bezeichnete Leiden kann über Jahrzehnte hinweg unentdeckt bleiben und durch die Schädigung von Herz, Blutgefäßen, Nieren und Gehirn zu schweren Folgeerkrankungen führen wie etwa Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Behandlung einer Hypertonie ist daher ausschlaggebend zur Erhaltung der Gesundheit.

McManus und seine Kollegen untersuchten nun den Ansatz zur Behandlung einer Hypertonie mit Hilfe der Telemedizin. Dazu wurden 527 Probanden im Alter von 35 bis 85 Jahren in zwei Gruppen eingeteilt. Während die Mitglieder der Kontrollgruppe weiterhin von ihrem Hausarzt behandelt wurden, konnte die andere Hälfte der Versuchsteilnehmer ihre Blutdruckwerte selbst überwachen und ihre Medikation nach vorher festgelegten Regeln den jeweiligen Werten anpassen. Zudem wurden die täglich gemessenen Daten per Modem an die Studienleitung gesendet. Das stellte sicher, dass kritische Messwerte von den Teilnehmern nicht ignoriert werden konnten.

Bei den Probanden, die ihren hohen Blutdruck im Selbstmanagement behandelten, wurde nach sechs Monaten eine um knapp 25 Prozent stärkere Senkung der Werte festgestellt als bei den Patienten, die der Hausarzt therapierte. Nach weiteren sechs Monaten unterschieden sich die Werte sogar um beinahe ein Drittel. Als Grund für die erfolgreichere Selbstbehandlung nennen die Wissenschaftler die regelmäßige und häufigere Überwachung sowie die bessere Anpassung der Medikamentendosis. Die Senkung des Blutdrucks bei der Telemedizinanwendung ist gleichbedeutend mit einem um 20 Prozent verminderten Schlaganfallrisiko, schreiben die Wissenschaftler. Die Gefahr einer Herzerkrankung senkte sich um zehn Prozent.
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