Bei Mundgeruch ist nur selten der Magen der Auslöser

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München. Wer unter Mundgeruch leidet, wie schätzungsweise ein Viertel der Bevölkerung, bekommt häufig den Tipp: „Lass doch mal Deinen Magen untersuchen, vielleicht liegt da die Ursache”. Tatsächlich kann ein leerer Magen zwar vorübergehend für einen schlechten Atem sorgen. Dauerhaften Mundgeruch verursacht er jedoch nur in den seltensten Fällen.

„Wenn Mundgeruch auf ein Problem mit Magen oder Speiseröhre zurückzuführen ist, dann liegt immer eine sehr schwere Erkrankung vor, und die Betroffenen haben mit Sicherheit auch noch andere Beschwerden als nur den schlechten Atem”, betont auch Berndt Birkner, Gastroenterologe in München und Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Gastroenterologie.

In solchen Fällen entsteht der üble Geruch, wenn sich Körpergewebe zersetzt. Das kann zum Beispiel bei einer Tumorerkrankung der Fall sein oder bei einer starken Pilzinfektion. „Diese Erkrankungen sind immer begleitet von Symptomen wie starken Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken, Sodbrennen oder Übelkeit”, erläutert der Experte. Auch ein Druck- oder Völlegefühl nach dem Essen oder ein neuaufgetretener Widerwille gegenüber normalerweise unproblematischen Nahrungsmitteln können auftreten.

In den allermeisten Fällen geht Mundgeruch jedoch auf Schwefelverbindungen zurück, die bei bakteriellen Zersetzungsprozessen im Mund- und Rachenraum entstehen. Nicht selten steckt dahinter eine Veränderung der normalen Mundflora - ausgelöst beispielsweise durch eine schlechte Mundhygiene, eine Erkrankung von Zahnfleisch und Zähnen oder durch Entzündungen in Mund oder Rachen.

Ist der Geruch dagegen nicht faulig, sondern eher stechend, kann er auch ein Hinweis auf eine Stoffwechselstörung sein, beispielsweise auf einen unerkannten Diabetes oder auch auf eine Lungenentzündung, ein Nieren- oder ein Leberproblem. In solchen Fällen ist der Geruch übrigens nicht nur dann wahrnehmbar, wenn der Betroffene durch den Mund ausatmet, sondern auch bei geschlossenem Mund und Nasenatmung.
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