Bei mangelndem Platz und Entzündungen müssen die Weisheitszähne raus

Von: dapd
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Schmalkalden. Nimmt man den Begriff „Weisheitszähne” wörtlich, sind manche Kinder schon ganz schön klug. „Die hintersten Backenzähne können sich nämlich bereits bei 14-Jährigen aus dem Kiefer herausschieben”, weiß Kerstin Blaschke vom Freien Verband Deutscher Zahnärzte.

„Die Hauptdurchbruchszeit liegt allerdings im Alter von 18 bis 25 Jahren.” Weisheitszähne entwickeln sich jedoch nicht bei allen Menschen - und müssen längst nicht in allen Fällen entfernt werden.

„Gezogen oder herausoperiert werden sie nur, wenn sie Probleme machen, etwa weil sie nicht genügend Platz finden und sich in der Folge Zahnfehlstellungen entwickeln”, erklärt die Zahnärztin aus dem thüringischen Schmalkalden. Auch wenn sie häufig Entzündungen hervorriefen oder immer wieder an Karies erkrankten, lebe es sich besser ohne die dicken Backenzähne.

Besondere Aufmerksamkeit sollte ihnen gewidmet werden, wenn bereits Korrekturmaßnahmen aufgrund eines zu engen Kiefers stattgefunden haben: „Gerade bei jungen Zahnspangenträgern wird ein guter Zahnarzt oder Kieferorthopäde die Entwicklung von Weisheitszähnen immer im Blick behalten, um sie im Zweifelsfalle entfernen zu können, bevor sie Schaden anrichten”, sagt Blaschke.

Sind die störenden Zähne bereits voll entwickelt und gerade gewachsen, kann sie der Zahnarzt ziehen. Liegen sie jedoch ungünstig im Kieferknochen oder müssen sie aufgrund von Entzündungen herausoperiert werden, sollte sich der Kieferchirurg der Sache annehmen. „Danach wird der Patient in der Regel für einige Tage krankgeschrieben, die Dauer richtet sich nach dem Schweregrad des Eingriffs”, erläutert die Zahnärztin. „Rauchen ist in dieser Zeit tabu, denn eine einzige Zigarette stört die Durchblutung und damit den Heilungsprozess für eine ganze Stunde!”

Während das Essen fester Nahrung meist schon nach wenigen Tagen wieder möglich ist, sollte auf Sport so lange verzichtet werden, bis der behandelnde Arzt ihn wieder erlaubt. Zu groß ist die Gefahr, dass die Wunde aufplatzt. „Auch beim Zähneputzen muss äußerst vorsichtig vorgegangen werden, in den ersten Tagen sollte zusätzlich eine antiseptische Mundspülung verwendet werden”, rät Blaschke.
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