Bei allergischem Schock muss Notfallset eingesetzt werden

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München. Manche Menschen bekommen bereits einen Hautausschlag, nur weil sie ein Nahrungsmittel berühren. Essen dürfen sie es schon gar nicht, weil heftige allergische Reaktionen drohen, die bis zur Bewusstlosigkeit und zum Versagen des Herz-Kreislauf-Systems führen können.

„Ein solcher Anfall wird Anaphylaxie genannt und ist die maximale allergische Reaktion, die der menschliche Körper zeigen kann”, erklärt der Allergologe Johannes Ring aus München. Betroffene dürften das Problem nicht auf die leichte Schulter nehmen, warnt der Arzt: „Nach einem allergischen Schock darf man auf keinen Fall glauben, das wird schon nicht ein zweites Mal passieren.”

Durch die heftige Reaktion bestehe die Gefahr, dass lebenswichtige Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt würden. Und dies könne tödlich enden, warnt Ring.

Anaphylaxie-Gefährdete sollten deshalb immer ein Notfallset bei sich tragen: Antihistamine und Cortison, ein bronchienweitendes Spray und eine Adrenalinspritze. Antihistamine stoppen die allergische Reaktion, das Cortison reduziert die Entzündung. Und Adrenalin benötigt man, damit sich die Gefäße nicht übermäßig weiten. „Betroffene sollten zudem ein Training absolvieren, in dem sie erlernen, was im Notfall zu tun ist”, rät der Allergologe. Dabei wird beispielsweise trainiert, wie man sich selbst eine Spritze gibt.

„Neben der Nahrung können auch Schmerzmittel, Penicillin oder ein Insektenstich die Reaktion auslösen”, erläutert der Allergie-Experte: „In Deutschland sind etwa drei Prozent der Bevölkerung bedroht, einen solchen allergischen Schock zu erleiden.”

Doch woher weiß man, dass man zu den Gefährdeten gehört? „Wenn man das Gefühl hat, bereits auf kleinste Mengen einzelner Lebensmittel, Medikamente oder auch auf Insektenstiche sehr heftig zu reagieren, sollte man einen Allergologen aufsuchen.” Dieser kann laut Ring neben der allergieauslösenden Substanz auch die Schwere der Allergie ermitteln.
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