Frankfurt/Main - Bei Allergien und Erkältungen: Salzwasser für eine freie Nase

Bei Allergien und Erkältungen: Salzwasser für eine freie Nase

Von: ddp
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Frankfurt/Main. Es gibt sicherlich Angenehmeres, als sich warmes Salzwasser durch die Nase laufen zu lassen. Aber eine freie Nase ist es wert, findet Hals-Nasen-Ohrenarzt Christian Hellweg aus Frankfurt am Main: „Ich empfehle Nasenspülungen sehr gerne. Das ist wie Jogging für die Nasenschleimhäute und stärkt deren Abwehrkräfte.”

Ideal sei die schonende Behandlungsmethode beispielsweise für alle, die häufig unter Nebenhöhlenentzündungen oder allergischen Reaktionen der Nase leiden. „Die Spülung sorgt dafür, dass der Schleim besser abtransportiert wird.” Besonders bei akuten Erkältungen sollten zusätzlich für ein paar Tage abschwellende Nasentropfen verwendet werden.

Gerade Allergiker können dank regelmäßiger Nasenspülungen wieder aufatmen: Das warme Salzwasser wäscht Pollen und andere Allergene heraus und verhindert oder lindert zumindest das Auftreten der unangenehmen Symptome.

Bewährt haben sich Salzwasserspülungen aber auch im Herbst und Winter, wenn die trockene Heizungsluft den Nasenschleimhäuten zusetzt. „Wer unter chronisch trockenen Nasenschleimhäuten leidet, kann diese zwischendurch zusätzlich mit speziellen Salzwasser-Nasensprays befeuchten”, rät Hellweg. Diese enthalten oft auch Dexpanthenol, das die Regeneration der Schleimhäute verbessert und ihre Geschmeidigkeit erhält.

Nasenspülungen sind prinzipiell für jeden Menschen geeignet, lediglich kleine Kinder können mit der Durchführung Probleme haben: „Aber ab etwa 12 Jahren bekommt das jeder hin”, meint Christian Hellweg.

Als Grundlage für eine Nasenspülung werden in Apotheken und Drogeriemärkten spezielle Salze angeboten. „Prinzipiell eignet sich jedoch jedes normale Speisesalz”, sagt Hellweg - selbstverständlich nur, solange keine weiteren Gewürze oder Aromastoffe beigemischt sind, denn auf die Bekanntschaft mit gehackten Chilischoten oder Pfefferstückchen können die Nasenschleimhäute gut verzichten.

Als Dosierung empfiehlt der Arzt etwa eine Teelöffelspitze Salz auf ein großes Glas warmes Wasser. „Vor der Anwendung muss sich das Salz vollständig gelöst haben”, erklärt Hellweg. „Beim Spülen sollte man den Kopf schräg über ein Waschbecken halten. Die Salzlösung wird dann in das obere Nasenloch gegeben und fließt aus dem unteren wieder hinaus.” Anstatt dabei mit Milchkännchen oder Ähnlichem zu experimentieren, empfiehlt sich die Anschaffung einer Nasendusche, bei der man den Druck durch sanftes Pressen des Wasserbehälters individuell regulieren kann.

Eine weitere wichtige Frage ist die nach der Häufigkeit des Spülens. Erst Ende vergangenen Jahres gab es dazu eine Empfehlung der Deutschen Lungenstiftung: Tägliches Spülen, so das Fazit, sollte nur während akuter Infekte und dann auch nicht länger als eine Woche praktiziert werden. Hintergrund der Empfehlung war eine in den USA vorgestellte Studie mit 68 Patienten, die nach täglichem Nasenduschen häufiger an Nasennebenhöhlenentzündungen erkrankten als ohne die regelmäßige Spülung.

Die Hals-Nasen-Ohren-Ärzte teilen diese Einschätzung jedoch nicht - im Gegenteil. Sylvia Schnitzer, HNO-Ärztin, Allergologin und Vorsitzende des Berufsverbandes der HNO-Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern, stellt klar: „Wir empfehlen die tägliche Spülung jedem, der Probleme mit seiner Nase hat, inklusive frisch operierter Patienten. Wäre die Infektionsgefahr tatsächlich höher, wäre das ja eher kontraproduktiv.”

Der Nutzen des Spülens überwiege bei weitem den möglicherweise damit verbundenen Schaden. Es gebe nur eine Einschränkung: Wer nach der Spülung ein Brennen in der Nase spürt, sollte die Häufigkeit reduzieren.
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