Beckenboden nach der Geburt nicht zu früh trainieren

Von: dapd
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Beckenbodentraining
Nach der Geburts nicht zu früh den Beckenboden trainieren: Laut der Diplom-Sportmanagerin Andrea Merfeld haben die jungen Mütter dafür noch gar nicht die Ruhe. Foto: dapd

Herdecke. Nach einer Geburt muss der weibliche Beckenboden gestärkt und trainiert werden. Oft erhalten Frauen dazu bereits im Wochenbett Anleitungen von Krankenschwestern oder Hebammen. „Ich halte das für zu früh”, sagt Andrea Merfeld, Diplom-Sportmanagerin und Beckenbodentherapeutin aus dem westfälischen Herdecke.

„In den ersten Wochen und Monaten nach einer Geburt haben die Mütter noch gar nicht die Ruhe, um sich wirklich auf ihren Beckenboden konzentrieren zu können”, sagt Merfeld. Rückbildungskurse, die bereits sechs Wochen nach einer Geburt beginnen oder mit Baby besucht werden können, liefen daher oft ins Leere: „Die Frauen versuchen zwar, den Anweisungen zu folgen, setzen sie aber häufig falsch um.” Wenn das Baby schreit oder die Gruppe sehr groß ist, fehle es an konzentrierter und individueller Anleitung: „Es ist aber wichtig, dass Frauen in Ruhe begreifen, welche Muskeln sie auf welche Weise anspannen müssen.”

Oft würden in Kursen auch veraltete Übungen präsentiert: „Da sollen Frauen sich vorstellen, mit der Vagina Murmeln hochzuziehen oder Nudeln aufzusaugen”, beschreibt Merfeld: „Dadurch bekommt man aber ein völlig falsches Beckenbodengefühl und garantiert keine stärkeren Muskeln.” Generell erlebt Merfeld immer wieder, dass Frauen völlig verzweifeln, weil sie nicht wissen, was sie anspannen oder trainieren sollen: „Man kann bei dieser Muskelgruppe, die so versteckt im Inneren des Körpers liegt, wirklich einiges falsch verstehen.”

Merfeld rät Frauen, sich nach der Geburt erstmal ausgiebig auf das Kind zu konzentrieren. „Nach einer Geburt ist der Beckenboden durch den speziellen Hormonhaushalt sowieso noch nicht sehr empfänglich für ein Training.” Auch durch den runden Rücken, den Mütter beim Füttern oder Stillen ihres Kindes automatisch einnehmen, bleibe der Beckenboden noch weich. Wichtig sei es, jetzt keine schweren Sachen zu tragen, um die Muskulatur nicht unnötig zu strapazieren.

Spätestens sechs bis zwölf Monate nach der Geburt muss die Rückbildung aber Thema werden: „Ich empfehle Frauen, sich dafür bewusst Zeit zu nehmen und sich in einem Tagesseminar oder Einzeltraining in das Beckenbodentraining einweisen zu lassen.” Auch wenn die meisten Frauen zunächst gar nicht wüssten, was sie da genau tun müssen: „Beckenbodentraining ist kein Hexenwerk und sehr einfach zu erlernen.” Habe man die Übungen einmal verstanden, könnten Frauen sie problemlos in den Alltag integrieren: „Dann ist die Beckenbodenmuskulatur auch ruck-zuck wieder fit.”
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